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El-Niño/Chile: Warnung vor Regen, Hagel und hohen Temperaturen in Kirschen- und Heidelbeersaison

Das El-Niño-Phänomen wird einer der Hauptfaktoren der kommenden Kirschen- und Heidelbeersaison in Chile sein. Darauf wies Fernando Santibañez, Professor an der Universität von Chile und Doktor der Bioklimatologie, hin, berichtet Frutas de Chile.

Kirschen
© O.Farion/AdobeStock

Santibañez warnte, das die Saison durch mögliche starke Regenfälle, hohe Temperaturen und klimatische Instabilität im Winter und Frühjahr gekennzeichnet sein könnte.

In einem Interview mit Frutas de Chile erklärte der Experte: „Diese Heidelbeer- und Kirschsaison wird voraussichtlich etwas unbeständig verlaufen, da El Niño spätestens ab Juni oder Juli auftreten wird. Das bedeutet, dass die Meeresoberflächentemperaturen um etwa zwei Grad über dem Normalwert liegen werden, was ein Phänomen von hoher Intensität darstellt, wenn auch nicht so extrem, wie teilweise behauptet wurde.“

Der Wissenschaftler führte aus, dass dieses Klimaszenario erhebliche Folgen für die Landwirtschaft haben könnte, insbesondere in der zweiten Hälfte des Winters und im Frühjahr. „Was normalerweise bei einem El Niño dieser Intensität geschieht, ist, dass es zu sehr starken Regenfällen kommen kann, die nicht nur Überschwemmungen, Lawinen und Sturzfluten verursachen, sondern auch erst spät im Frühjahr auftreten könnten, was sich direkt auf die Landwirtschaft auswirkt“, erklärte er.

Er fügte hinzu, dass diese Niederschläge im Frühjahr verspätet eintreten könnten, was das Risiko für Ackerkulturen und Obstbäume erhöhe. „In El-Niño-Jahren treten häufig Regenfälle mit eher tropischen Merkmalen auf, weshalb einige Niederschläge mit Hagel einhergehen könnten. In der Blüte- und Fruchtansatzphase kann dies sehr schädlich sein“, erklärte er.

Erhöhtes Risiko für Pilz- und Bakterienkrankheiten

Der Experte warnte, dass die Kombination aus Regen und hohen Temperaturen das Auftreten von Pilz- und Bakterienkrankheiten begünstigen werde, insbesondere bei Kirschbäumen, die sehr empfindlich seien.

„Dieses Szenario, begleitet von zeitweiligen, für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen – beispielsweise Temperaturen um die 25 °C im Frühjahr – begünstigt die Vermehrung und den Befall durch Pilze und Bakterien. Daher wird dies eine Saison sein, in der besondere Vorsicht in Bezug auf die Pflanzengesundheit geboten ist“, erklärte er. Wie er darlegte, seien Kirschbäume einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, während Heidelbeeren während der Blütezeit eine höhere Toleranz gegenüber Regen aufweisen würden.

O’Higgins und Maule wären am stärksten betroffenen Regionen

Dem Wissenschaftler zufolge haben sich die Auswirkungen von El Niño in den vergangenen Jahren verändert. „Traditionell betraf El Niño das Gebiet von Coquimbo bis zur Region La Araucanía. Die jüngsten Ereignisse haben sich jedoch weiter nach Süden verlagert und wirken sich vor allem von der Metropolregion bis zur Region Los Lagos aus. Angesichts des Umfangs der bedrohten Obstproduktion werden die Regionen O’Higgins und Maule in dieser Saison wahrscheinlich den größten Risiken ausgesetzt sein“, erklärte er.

Zudem wies er darauf hin, dass sich das Phänomen bis Februar 2027 ausdehnen könnte. „Dieser El Niño dürfte bis zum Jahresende andauern, obwohl die jüngsten Berichte darauf hindeuten, dass er den gesamten Winter der nördlichen Hemisphäre über anhalten könnte, also bis Februar in unserer Hemisphäre. Normalerweise dauern diese Ereignisse etwa acht Monate, sodass es, wenn sie im Juni beginnen, mit den aktuellen Prognosen übereinstimmen würde“, erklärte er.

Vorsichtsmaßnahmen für die Saison

Der Experte empfahl, die Vorsichtsmaßnahmen zu verstärken, insbesondere in Obstgärten mit Regenschutz. „Wer über einen Regenschutz verfügt, sollte die Vorsichtsmaßnahmen verstärken und vermeiden, dass die Dächer ab Beginn der Blüte offen bleiben.“

Zudem riet er dazu, rechtzeitig Produkte zur Vorbeugung von Rissen bei Kirschen einzusetzen. „Es ist wichtig, über ausreichend Kalzium und Produkte zur Rissbekämpfung zu verfügen, da in diesem Jahr eine höhere Wahrscheinlichkeit für Risse besteht“, so der Experte.

Eine weitere zu erwartende Auswirkung wäre ein Winter mit unzureichender oder unregelmäßiger Kälte, was die Entwicklung der Pflanzen beeinträchtigen könnte. „In dieser Saison könnte sich der Austrieb aufgrund eines Winters mit wenig Kälte oder minderwertiger Kälte, der durch einen Wechsel zwischen warmen und kalten Perioden im Winter gekennzeichnet ist, vorverlegen. Auch wenn die kältestunden insgesamt ausreichend sind, führt dieser Temperaturwechsel zu physiologischen Störungen, die denen ähneln, die durch einen Kältedefizit verursacht werden.“

Der Wissenschaftler fügte hinzu, dass mögliche kurze Perioden mit hohen Temperaturen im Frühjahr den Austrieb beschleunigen und die Pflanzen dadurch einem erhöhten Risiko durch Spätfrost aussetzen könnten. „Daher ist es ratsam, den Schnitt in dieser Saison zu verschieben und mit der Ausbringung von Cyanamid nicht zu früh zu beginnen“, empfahl er.

Zudem warnte der Experte, dass die klimatische Instabilität auch zu einem stärkeren Fruchtfall führen könnte. „Bei einem mit El Niño verbundenen Phänomen herrscht eine hohe klimatische Variabilität: Hitzetage, gefolgt von Regen und dann Kälte. Unter diesen Bedingungen kann der Fruchtfall zunehmen und den Fruchtansatz beeinträchtigen“, sagte er.

Schließlich empfahl er, beim Ausdünnen Vorsicht walten zu lassen. „In diesem Jahr wird es wichtig sein, das Verhalten der Früchte genau zu beobachten und ein zu frühes Ausdünnen zu vermeiden. Wenn man zu früh damit beginnt, könnte es später zu Problemen beim Fruchtbehalt kommen. Die Empfehlung lautet, sich vor der Durchführung dieser Arbeit Gewissheit zu verschaffen“, schloss er.

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