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ECIU: „Hitze gefährdet O+G-Importe aus dem Mittelmeerraum“

Extreme Hitze im Mittelmeerraum könnte zunehmend auch die Versorgung Großbritanniens mit Obst und Gemüse belasten. Darauf weist die britische Energy & Climate Intelligence Unit (ECIU) in einer aktuellen Analyse hin. Zu bestimmten Zeiten des Jahres stamme mehr als die Hälfte der britischen Importe der beliebtesten Obst- und Gemüsearten aus Mittelmeerländern, heißt es.

Orangen am Baum
© Schmidt/Agronoticias

Im vergangenen Jahr kam nach Angaben der ECIU insgesamt ein Viertel der britischen Lebensmittelimporte im Wert von 18,1 Mrd GBP (rund 21 Mrd Euro) aus der Region. Frankreich, Spanien und Italien standen dabei zusammen für 81 % des Importwertes. Frischobst machte 13 % und Frischgemüse 10 % der Lebensmittelimporte aus dem Mittelmeerraum aus. Dazu zählten u.a. Zitrusfrüchte wie Orangen, Satsumas und Mandarinen sowie Äpfel und Birnen. Bei Gemüse nennt die ECIU Paprika, Tomaten und Salat und Avocados.

Gleichzeitig werde extreme Hitze für die Landwirtschaft der Region zu einem immer größeren Problem. Nach Berechnungen der ECIU gingen 2025 potenziell rund 2,8 Mrd Arbeitsstunden durch Hitzestress verloren. Pro Arbeitskraft habe sich die Zahl der potenziell verlorenen Stunden seit 1990 von durchschnittlich 66 auf fast 137 mehr als verdoppelt. Die Organisation verweist darauf, dass Beschäftigte in der Landwirtschaft weltweit besonders stark von Hitzestress betroffen seien.

Auch bei den Importpreisen zeige sich eine deutliche Entwicklung. Für Lebensmittel aus dem Mittelmeerraum zahlte Großbritannien 2025 laut ECIU insgesamt 13 % mehr als drei Jahre zuvor, während die eingeführte Menge lediglich um 1 % zunahm. Bei Zitrusfrüchten sei der Preis je Kilogramm innerhalb von zwei Jahren um 40 % gestiegen. Äpfel hätten sich innerhalb von drei Jahren um 25 %, Birnen um 45 % verteuert.

„Wir haben uns daran gewöhnt, über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kulturen zu sprechen. Doch die Lebensmittelproduktion hängt auch von Menschen ab“, so Chris Jaccarini, leitender Ökonom für Lebensmittel und Klima bei der ECIU. Immer deutlicher werde, welche Belastung extreme Hitze für diejenigen bedeute, die Lebensmittel pflanzten, pflegten und ernteten. Dies gefährde nicht nur ihre Gesundheit, sondern stelle auch ein zusätzliches Risiko für die Ernährungssicherheit dar.

Diese Entwicklung trifft auf eine wachsende Importabhängigkeit Großbritanniens, vor der die National Farmers’ Union (NFU) aktuell warnt. Die Meldung dazu finden Sie hier.