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Großbritannien: Importabhängigkeit bei Obst und Gemüse wächst

Großbritannien deckt einen wachsenden Teil seines Bedarfs an Obst und Gemüse durch Importe. Darauf weist die National Farmers’ Union (NFU) in ihrem am 9. September veröffentlichten Bericht „Ready to Grow“ hin. Demnach ist der Selbstversorgungsgrad bei zehn von elf untersuchten Lebensmittelgruppen in den vergangenen 30 Jahren gesunken.

Grafik der NFU mit britischen Agrarprodukten, darunter Obst und Gemüse, und dem Schriftzug „Back British Farming“.
Die NFU fordert bessere Rahmenbedingungen, um die heimische Lebensmittelproduktion zu stärken.
© NFZ

Bei Gemüse ist dem Bericht zufolge vor allem die heimische Produktion zurückgegangen. Nach von der NFU ausgewerteten Daten des britischen Landwirtschaftsministeriums Defra liegt die Produktion von Frischgemüse (gemessen am Fünfjahresdurchschnitt), aktuell rund ein Fünftel unter dem Niveau von 1995. Die Nachfrage blieb dagegen weitgehend stabil. Die entstandene Lücke wurde zunehmend durch Importe geschlossen.

Bei Frischobst ist vor allem die Nachfrage deutlich gewachsen: Seit 1995 legte sie den Defra-Daten zufolge um rund 43 % zu. Die zusätzliche Nachfrage wurde fast vollständig durch Einfuhren gedeckt. Damit konnte die britische Produktion mit der Entwicklung des heimischen Marktes nicht Schritt halten.

Insgesamt haben die britischen Agrar- und Lebensmittelimporte nach Angaben der NFU in den vergangenen drei Jahrzehnten mengenmäßig um 70 % zugenommen, während die Exportmengen stagnierten.

Die NFU sieht dennoch Potenzial, wieder einen größeren Teil der Nachfrage nach Obst, Gemüse und Kartoffeln aus heimischer Produktion zu decken. Gleichzeitig verweist der Verband auf eine Reihe von Faktoren, die Investitionen und Wachstum derzeit erschweren. Dazu gehören extreme Wetterereignisse, steigende Kosten, politische Unsicherheit und mangelnde Investitionen.

NFU-Präsident Tom Bradshaw erklärte: „Unser Bericht zeichnet ein deutliches Bild von sinkender Produktion und einer wachsenden Abhängigkeit von Lebensmittelimporten – und das in einer Zeit, in der die Welt immer instabiler wird. Wir können uns bei unserer Lebensmittelversorgung nicht auf den Rest der Welt verlassen.“

Wie stark Großbritannien dabei auch von wichtigen Lieferregionen abhängig ist, zeigt eine aktuelle Analyse der ECIU zu den Folgen von Hitzestress im Mittelmeerraum. Die Meldung dazu finden Sie hier.