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DSLV verweist auf Auswirkungen des Niedrigwassers und fordert Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur

Das anhaltende Niedrigwasser beeinträchtigt nach Angaben des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik die Logistikbranche und industrielle Lieferketten. Sinkende Pegelstände schränken die mögliche Zuladung von Binnenschiffen ein und erschweren den Transport von Rohstoffen, Vorprodukten und Fertigwaren.

Lastwagen mit weißem Anhänger auf Straße neben Hafen mit großem Containerschiff und Kränen
© Grispb/AdobeStock

Besonders betroffen ist der Rhein als wichtige europäische Wasserstraße. Speditionen und Logistikdienstleister müssten ihre Transporte derzeit häufig anpassen, um die Versorgung von Industrie, Handel und Verbrauchern aufrechtzuerhalten. Nach Einschätzung des Verbandes liegen die aktuellen Niedrigwasserstände an mehreren Messstellen bereits unter den Werten des Jahres 2018. Aufgrund geringer Fahrrinnentiefen könnten viele Schiffe nur mit deutlich reduzierter Ladung verkehren. Betroffen seien unter anderem Mineralölprodukte, Chemikalien, Stahl, Baustoffe, Agrarprodukte sowie industrielle Vorprodukte. 

Auch der Containerverkehr leide unter den Einschränkungen. Transporte aus den Seehäfen im Raum Amsterdam–Rotterdam–Antwerpen (ARA) könnten teilweise nur verzögert oder in geringeren Mengen weiterbefördert werden. Dies führe zu längeren Lagerzeiten, knapperen Umschlagkapazitäten und zusätzlichem organisatorischem Aufwand entlang der Lieferketten.

DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster erklärt, die Logistikbranche arbeite daran, die Lieferketten trotz der Einschränkungen aufrechtzuerhalten. Transporte würden neu disponiert, Güter auf Bahn und Straße verlagert sowie zusätzliche Lagerkapazitäten genutzt. Gleichzeitig seien die Ausweichmöglichkeiten begrenzt, da auch Schiene und Straße durch Infrastrukturengpässe und Baustellen belastet seien. Nach Angaben des Verbandes entstünden entlang der Lieferkette zusätzliche Kosten, unter anderem durch Niedrigwasserzuschläge, steigende Frachtraten und höhere Aufwendungen für die Lagerlogistik.

Vor diesem Hintergrund fordert der DSLV einen beschleunigten Ausbau der Wasserstraßeninfrastruktur. Der Verband verweist darauf, dass die Vertiefung der Fahrrinne am Mittelrhein von 1,90 auf 2,10 m seit 34 Jahren im Bundesverkehrswegeplan als Projekt des „vordringlichen Bedarfs“ eingestuft sei. Dass mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz ausgewählte Ausbaumaßnahmen an Wasserstraßen in das „überragende öffentliche Interesse“ aufgenommen wurden, bewertet der DSLV als wichtigen Schritt. Nun seien aus Sicht des Verbandes ausreichende Haushaltsmittel für die Bundeswasserstraßen erforderlich.

Darüber hinaus spricht sich der Verband für den Ausbau multimodaler Umschlagkapazitäten zwischen Wasserstraße, Schiene und Straße aus. Ziel sei es, Güterströme künftig flexibler verteilen und die Widerstandsfähigkeit des Verkehrssystems erhöhen zu können.