von Tom Joyce 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Die „Illusion der Stabilität“ – durch die Golfkrise entlarvt

Stefano Iorini von der in Saudi-Arabien ansässigen Global Star Group hat erkannt, dass angesichts des derzeitigen logistischen Chaos am Golf ein Fokuswechsel erforderlich ist – „von Effizienz hin zu Resilienz, Flexibilität und Abstimmung“.

Containerschiffe im Meer
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„Etwas Grundlegendes hat sich verändert“, schrieb er auf LinkedIn. „Und die meisten von uns arbeiten immer noch so, als wäre das nicht der Fall.“

Vorerst, so meinte er, seien zuverlässige Lieferketten, die eine genaue Vorhersage von Transitzeiten und Kosten sowie die Planung saisonaler Programme ermöglichten, nicht mehr gegeben.

„Die Illusion von Stabilität ist entlarvt worden“, sagte er. „Die Transitzeit von Südafrika in den Golf hat sich von 16 Tagen bis 21 Tagen auf bis zu 55 Tage verlängert, oft über längere Routen nach Dschidda. Die Frachtkosten sind von 4.000 US-Dollar auf 12.000 US-Dollar pro Container gestiegen, mit Kriegsrisikozuschlägen von bis zu 4.000 US-Dollar. Ähnlich verhält es sich bei allen anderen Herkunftsländern.“

Die meisten Sendungen, so verriet er, seien verspätet oder über Salalah, Khorfakkan oder Fujairah umgeleitet worden. „Die Transitzeiten sind nicht nur länger, sie sind ungewiss“, fügte er hinzu. „Die Qualität leidet zwangsläufig darunter, da die Produkte nun 60 Tage bis 80 Tage unterwegs sind. Das ist nicht mehr nur ein logistisches Problem. Es ist eine Marktverschiebung.“

Der Verbrauch ist infolge der Preissteigerungen zurückgegangen, während sich die Zahlungszyklen verlängern, da der Cashflow entlang der gesamten Lieferkette gestört ist.

„Das führt zu einem strukturellen Ungleichgewicht“, sagte Iorini. „Die Mengen stimmen nicht mit der Planung überein; die Ankunftszeiten sind unregelmäßig; die Kosten entwickeln sich rasant; die Qualität lässt sich weniger gut kontrollieren. Das traditionelle Modell, das auf festen Programmen basiert, lässt sich kaum noch aufrechterhalten.“

Was benötigt werde, so Iorini, seien anpassungsfähigere Programme mit einer stärkeren Koordination entlang der Lieferkette, eine größere Rolle für regionale Drehkreuze wie Saudi-Arabien und eine ausgewogenere Risikoverteilung.

„Planungsannahmen, die jahrzehntelang galten, können nicht mehr als selbstverständlich angesehen werden“, schloss er. „Die Frage ist nicht, wie man optimiert, sondern wie man unter Unsicherheit agiert. Wie stellen wir sicher, dass der Druck nachhaltig über die gesamte Kette verteilt wird? In Zeiten wie diesen misst sich Stärke nicht an Effizienz, sondern an Abstimmung.“