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Depot-Laden für E-Lkw: BGL e.V. und Depotcharge starten BGL Charge

Mit BGL Charge bringen der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. und Depotcharge eine verbandseigene Lösung an den Start, die vorhandene Depotladeinfrastruktur bundesweit zu einem gemeinsamen Netzwerk verbindet. 

mehrere Lkw stehen versetzt geparkt in einer Reihe
© Norman01/AdobeStock

Speditionen öffnen ungenutzte Ladepunkte an ihren Depots für andere Flotten und greifen zugleich auf ein wachsendes Netz Lkw-tauglicher Ladeinfrastruktur zu. Parallel schließt Depotcharge dem BGL zufolge eine Pre-Seed-Finanzierung über 2,7 Mio Euro ab, mit der das Unternehmen die internationale Expansion beschleunigt.

Eine Branchenlösung statt paralleler Netzwerke

Mit dem Hochlauf der Elektromobilität investieren immer mehr Speditionen in eigene Depot-Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig bleiben viele Ladepunkte tagsüber ungenutzt, während unterwegs häufig teure öffentliche Ladeangebote genutzt werden müssen. BGL Charge verbinde diese vorhandenen Kapazitäten zu einem gemeinsamen Netzwerk. Die Depotbetreiber entscheiden selbst über Preise, Zugangsregeln und Verfügbarkeit. BGL Charge übernimmt Vermarktung, Zugangssteuerung, Abrechnung und Zahlungsabwicklung, unabhängig von Ladehardware, Backend oder Fahrzeughersteller. So entstehe ein deutschlandweites Depot-Ladenetz, das bestehende Infrastruktur besser auslaste und den Zugang zu bezahlbaren Lademöglichkeiten deutlich erweitere. Damit mache BGL Charge den Betrieb elektrischer Lkw wirtschaftlicher und leiste einen konkreten Beitrag zur Beschleunigung der Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs.

„Unsere Mitglieder brauchen eine Ladeinfrastruktur, die planbar, verfügbar und wirtschaftlich ist“, sagt BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt. „Mit BGL Charge schaffen wir eine gemeinsame Lösung für die gesamte Branche und setzen einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer flächendeckenden Lkw-Ladeinfrastruktur. Je mehr Unternehmen ihre Depotkapazitäten teilen, desto stärker wird das Netzwerk für alle.“

E.L.V.I.S. stärkt Mehrwert für Partner

Als Einkaufsgemeinschaft bündele die E.L.V.I.S. AG die Nachfrage ihrer Partnerunternehmen und bringe deren Interessen innerhalb von BGL Charge ein. Sie binde ihre Gemeinschaft damit in eine größere Branchenlösung ein und stärke die Position ihrer Partner in einem wachsenden Netzwerk.

„Unsere Partnerunternehmen profitieren von einem deutlich größeren Netz an Ladepunkten und von zusätzlicher Nachfrage an ihren Standorten“, sagt Nikolja Grabowski, Vorstand der E.L.V.I.S. AG. „Als Einkaufsgemeinschaft bringen wir die Interessen unserer Partner in BGL Charge ein und stärken so ihre Position im Markt.“

Bewährtes Modell aus der Schweiz

Die Partnerschaft folge einem Modell, das Depotcharge bereits gemeinsam mit dem Schweizer Transportverband ASTAG erfolgreich umgesetzt hat. Dort entwickele sich das Verbandsnetzwerk ASTAG Charge powered by Depotcharge seit Mai 2026 zum nationalen Depot-Ladenetz der Schweizer Transportwirtschaft. 

„Die Idee von Depotcharge ist einfach: Speditionen teilen ihre Ladeinfrastruktur miteinander und heben damit gesamtwirtschaftliche Potenziale. Dieser Gedanke lässt sich ideal auf Verbände übertragen, von Mitgliedern für Mitglieder, mit einem klaren Vorteil für alle Beteiligten“, sagt Joscha Specks, CEO und Mitgründer von Depotcharge. „In der Schweiz haben wir das Modell mit der ASTAG bereits erfolgreich umgesetzt. Gemeinsam mit dem BGL e.V. und der E.L.V.I.S. AG übertragen wir es nun nach Deutschland. Unser Ziel für die nächsten zwei Jahre ist es, mit unseren Verbandspartnern das führende Ladenetzwerk für elektrischen Güterverkehr in DACH und Benelux aufzubauen.“

Finanzierung beschleunigt den Ausbau

Parallel schließe das Münchner Unternehmen eine Pre-Seed-Finanzierung über 2,7 Mio Euro ab. Lead-Investor ist der High-Tech Gründerfonds (HTGF), beteiligt sind außerdem xdeck Ventures, Kopa Ventures, Prequel Ventures sowie Business Angels aus Logistik, E-Mobilität und Energiewirtschaft.

Mit dem frischen Kapital baue Depotcharge die Plattform weiter aus. Im Fokus stehen die internationale Expansion und die nahtlose Einbindung der Ladevorgänge in die Disposition, über Reservierung, offene Schnittstellen und die Anbindung an bestehende Transportmanagementsysteme.

„Laden muss so selbstverständlich in den Transportalltag passen wie Tanken heute. Weil wir unabhängig von Ladehardware, Backend und Fahrzeughersteller arbeiten, lässt sich jedes Depot ohne großen Integrationsaufwand anschließen. So wird das Netz mit jedem Standort dichter und für alle Beteiligten wertvoller“, sagt Julius Wilhelm, Mitgründer und CPTO von Depotcharge.

In den Benelux-Ländern ist das Unternehmen seit September 2026 mit einem eigenen Vertriebspartner aktiv. Parallel erweitert Depotcharge das Team um Logistikexpertise. Marc Clausing übernimmt als Chief Commercial Officer den Vertrieb und bringt 21 Jahre Erfahrung sowie ein weitreichendes Netzwerk in der Branche mit.

„Die Adoptionswelle bei E-Lkw nimmt gerade Fahrt auf. In vielen Einsatzbereichen sind die Kosten pro Kilometer schon heute attraktiv. Der Engpass ist die Ladeinfrastruktur. Während mehr als 60 % der Depot-Ladekapazitäten ungenutzt bleiben, sind Spediteure auf teure öffentliche Ladestationen angewiesen“, sagt Timo Bertsch, Senior Investment Manager beim HTGF. „Depotcharge löst dieses Problem, indem es vorhandene Depot-Ladeinfrastruktur zu einem Netzwerk verbindet. Das Team verfügt über bedeutende Erfahrung aus dem Aufbau von Digital Charging Solutions und hat mit der ASTAG-Kooperation in der Schweiz bewiesen, dass das Modell trägt.“