Für die Gemüsevereinigung „Légumes de France“ ist es „eine Katastrophe“: Bei Salaten, Möhren, Lauch- und Zwiebelgewächsen belaufen sich die Verluste bisher auf „Tausenden Tonnen pro Produkt“, für die Erzeugergemeinschaften bedeute dies bereits jetzt einen Verlust von „Dutzenden Millionen Euro“, heißt es in einer Meldung der Vereinigung. Nachsaat und Neuanpflanzungen seien aufgrund des fehlenden Zugangs zu Wasser nicht möglich. In einigen Kulturen könnten die Verluste auf bis zu 50 % der jährlichen Mengen steigen, mahnt Légumes de France. „Hinzu kommen Versorgungsengpässe bei den innereuropäischen Importen, da nicht nur wir davon betroffen sind“, so die Vereinigung.
Laut der interprofessionellen Dachvereinigung Interfel sei die Versorgung insgesamt noch gesichert, doch die Folgen der Hitzewellen seien inzwischen deutlich: Besonders betroffen sei der bereits erwähnte Freiland-Gemüsebau, doch auch geschützte Kulturen litten, und bei bestimmten Obstkulturen könnten sich die Folgen erst in den kommenden Wochen zeigen. Der hitzebedingt veränderte Stoffwechsel könnte bei Obstbäumen u.a. zu geringeren Kalibern, Fruchtfall, Sonnenbrand oder verminderter Lagerfähigkeit und Ertragsrückgängen führen.Endgültige Auswirkungen ließen sich laut Interfel erst nach Abklingen der Hitzewelle vollständig bewerten.
Die Ereignisse dieses Sommers seien nicht nur eine Phase, sondern ein „weiteres Warnsignal für unsere Ernährungssouveränität“, kommentierte dazu Interfel-Präsident Daniel Sauvaitre. Man stehe hinter den französischen Erzeugern. „Der Zugang zu Wasser, die Anpassung unserer Betriebe und Investitionen in Maßnahmen zum Schutz unserer Landwirtschaft vor den Folgen des Klimawandels sind nun wesentliche Voraussetzungen für unsere Ernährungssouveränität“, fuhr er fort. Die kürzlich beschlossene Verabschiedung eines Notstandsgesetzes sei ein „erstes ermutigendes Signal“ und ein „Schritt in die richtige Richtung“. Nun müsse diese Dynamik mit „konkreten, nachhaltigen Maßnahmen“ fortgesetzt werden, die den Herausforderungen, mit denen sich die Erzeuger konfrontiert sehen, gerecht würden, betonte Interfel-Präsident Daniel Sauvaitre abschließend.