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China: Verbraucher sparen – aber nicht an frischem Obst und Gemüse

Auch die chinesischen Verbraucher sparen – aber kaum bei frischem Obst und Gemüse. Trotz des anhaltenden wirtschaftlichen Drucks bleiben frisches Obst und Gemüse für chinesische Konsumenten ein besonders wichtiger Bestandteil des täglichen Einkaufs. Das zeigt eine aktuelle Befragung der International Fresh Produce Association (IFPA) unter 750 Konsumenten in China. 

Supermarkt Hongkong

Zwar reagieren demnach viele Verbraucher in China auf die angespannte Haushaltslage: so geben 24 % an, insgesamt weniger Artikel zu kaufen und 28 % greifen häufiger zu kleineren Packungs- oder Produktgrößen. Beim frischen Obst und Gemüse sind die Einschnitte jedoch deutlich geringer. Lediglich 5 % der Befragten würden diese Kategorie reduzieren, wenn die Lebensmittelpreise weiter steigen. Auch bei der Wahl des Einkaufsortes spielen Obst und Gemüse eine zentrale Rolle. Für 82 % der Befragten ist die Frische des Angebots ein entscheidender Faktor, 81 % nennen die Qualität. Eine große Auswahl folgt mit 77 %, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit 74 %. Rabatte und Sonderaktionen erreichen dagegen lediglich 55 %. Für den Handel bedeutet dies: Preisaktionen allein reichen nicht aus, um chinesische Verbraucher zu überzeugen. Sichtbare Frische, hohe Qualität und eine attraktive Auswahl haben einen größeren Einfluss.

Gesundheit stärkt die Bedeutung von Premium-Produkten

Die hohe Bedeutung von Frische und Qualität steht laut der IFPA-Befragung im Zusammenhang mit einem ausgeprägten Gesundheitsbewusstsein in China. 83 % der Befragten erklären, dass Gesundheit zu den wichtigsten Faktoren bei der Auswahl ihrer Lebensmittel gehört. Gleichzeitig sind 76 % bereit, für hochwertige Lebensmittel mehr zu bezahlen. 74 % versuchen nach eigenen Angaben, möglichst häufig Bio-Lebensmittel zu konsumieren. Für Vermarkter und Händler eröffnet dies aus Sicht der Autoren Chancen für eine Positionierung über Qualität, Gesundheit und Herkunft. Transparente Informationen zur Erzeugung und Lieferkette, verlässliche Sicherheitsstandards, nachvollziehbare Nährwertinformationen sowie Bio- und Premiumangebote können das Vertrauen der Verbraucher stärken. Auch das Image der Obst- und Gemüsebranche bleibt in China ausgesprochen positiv. Die allgemeine ‚Favorability‘ sank zwar leicht von 79 % im Jahr 2024 auf 76 % im Jahr 2026, liegt damit aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Das Fazit von IFPA: Die Ergebnisse unterstreichen die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit des Frischwarensegments in China. Auch wenn Verbraucher bei steigenden Preisen ihre Einkäufe insgesamt einschränkten, bleibe frisches Obst und Gemüse weitgehend unangetastet. Für die Branche biete dies eine starke Ausgangsbasis: Wer Frische, Qualität, Sicherheit, Gesundheit und nachvollziehbare Herkunft glaubwürdig vermittele, könne die hohe Bedeutung von Obst und Gemüse im chinesischen Einkaufskorb langfristig sichern.