Veraltete Bewässerungssysteme, niedrige Erzeugerpreise und wachsende Konkurrenz auf den Exportmärkten setzen die Produzenten unter Druck. Besonders problematisch ist die Bewässerung. Ein großer Teil der Infrastruktur stammt noch aus sozialistischer Zeit und ist inzwischen veraltet oder durch Materialdiebstahl beschädigt. Nach Angaben der Erzeuger scheitern notwendige Reparaturen zudem häufig an bürokratischen Hürden bei der staatlichen Wasserbehörde.
Während Anfang August die Ernte von späten Kirschen, Aprikosen, Frühpfirsichen, Pflaumen und Birnen auf Hochtouren lief, blieb die Vermarktung schwierig. Kosta Petrow, Vorsitzender der Erzeugerorganisation „Bulgarischer Pfirsich“, kritisiert, dass heimische Qualitätsware im Handel häufig nicht ausreichend berücksichtigt werde. Für Industriepfirsiche erhielten die Erzeuger derzeit etwa 0,38 Euro je Kilogramm, für Tafelpfirsiche je nach Qualität 0,50 Euro bis 0,80 Euro. Angesichts des hohen Arbeitsaufwands sei dies kaum kostendeckend. Im Einzelhandel lägen die Aufschläge nach Angaben Petrows dagegen teilweise bei 200 % bis 300 %. Auch im Export verliert Bulgarien an Boden. Besonders deutlich zeigt sich dies auf dem rumänischen Markt, der einst zu den wichtigsten Absatzmärkten für bulgarisches Obst gehörte. Als weiteren wichtigen Grund nennt Petrow die Konkurrenz aus Griechenland. Die griechische Obstwirtschaft habe mit eigenen Kühlhäusern und Großhandelslagern in Rumänien eine leistungsfähige Logistik aufgebaut. Bulgarien fehle dagegen eine vergleichbare Exportinfrastruktur.
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