Insgesamt wurden demnach mehr als 600.000 t Frischobst im Wert von knapp 700 Mio US-Dollar exportiert. Damit verzeichnete das Land das stärkste erste Halbjahr seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1997. Maßgeblich zum Wachstum beigetragen haben die Mango-Exporte aus dem Vale do São Francisco (Bundesstaaten Bahia und Pernambuco). Die Ausfuhren stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um nahezu 40 % auf mehr als 120.000 t. Auch Wassermelonen aus der Region Chapada do Apodi (Rio Grande do Norte/Ceará) entwickelten sich positiv und legten um rund 6 % auf 78.000 t zu.
Eine anhaltend hohe Nachfrage aus Europa sorgte laut ‚Hortifruti Brasil‘ zudem für stabile Exporte von Limetten und Zitronen, deren Ausfuhrvolumen die Marke von 100.000 t überschritt. Ebenfalls profitierten Papayas von der gestiegenen europäischen Nachfrage: Mit knapp 30.000 t erreichten die Exporte einen neuen Höchststand. Deutlich zulegen konnten auch die Apfelexporte. Dank einer kräftigen Erholung der Ernte in Südbrasilien in der Saison 2025/26 wurden mehr als dreimal so viele Äpfel exportiert wie im Vorjahr. Wichtigste Absatzmärkte waren Indien und Saudi-Arabien.
Für das zweite Halbjahr bleiben die Aussichten grundsätzlich positiv, da die Hauptexportsaison vieler Obstarten erst in den kommenden Monaten beginnt. Entscheidend werden nach Einschätzung von Experten jedoch günstige Witterungsbedingungen und eine hohe Fruchtqualität sein. Qualitätsprobleme führten bereits im ersten Halbjahr zu einem leichten Minus von 2 % bei Melonenlieferungen nach Europa, insbesondere während der Nebensaison zwischen April und Juli.
Darüber hinaus könnten handelspolitische Rahmenbedingungen und die internationale Wettbewerbssituation die Exportentwicklung beeinflussen. So belastet weiterhin ein Einfuhrzoll von 33 % auf brasilianische Tafeltrauben den Zugang zum US-Markt. Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten gingen um rund 30 % zurück und machten nur noch 6 % der gesamten Traubenexporte aus.