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Australien: Lieferant räumt Preisabsprachen ein

In Australien beschäftigt aktuell ein Fall von Preisabsprachen bei Gemüse die Wettbewerbsbehörde ACCC. Nach Angaben der Behörde hat Perfection Fresh Australia Pty Ltd – ein Obst- und Gemüsegroßhändler mit Sitz in New South Wales – eingeräumt, zwischen 2019 und 2020 in elf Fällen Preise für Brokkoli, Blumenkohl und Eisbergsalat mit Mitbewerbern abgesprochen zu haben. Das Gemüse wurde an Aldi im australischen Bundesstaat New South Wales geliefert.

Blumenkohl und Brokkoli

Wie es heißt, wollen die Behörde und das Unternehmen nun dem Gericht gemeinsam eine Geldstrafe von 12 Mio australischen Dollar (rund 7,5 Mio Euro) vorschlagen. Damit steht die Strafe allerdings noch nicht fest: Das Gericht wird zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob es die vorgeschlagene Summe und die weiteren Maßnahmen für angemessen hält.

Die Geldstrafe soll für neun Verstöße und einen versuchten Verstoß verhängt werden. Zwar hat Perfection Fresh Preisabsprachen in insgesamt elf Fällen eingeräumt. Einer dieser Fälle liegt jedoch so lange zurück, dass dafür keine Geldstrafe mehr verhängt werden kann. Außerdem soll das Unternehmen sein bestehendes Programm zur Einhaltung des Wettbewerbsrechts fortführen. 

Die ACCC hatte bereits im September 2025 vor dem australischen Bundesgericht ein zivilrechtliches Verfahren gegen Perfection Fresh, drei weitere Lieferanten und drei Einzelpersonen eingeleitet. Ihnen wurden Preisabsprachen bei der Belieferung von Aldi mit Frischgemüse und damit Verstöße gegen das australische Wettbewerbsrecht vorgeworfen. Das Verfahren gegen die übrigen Lieferanten und Einzelpersonen läuft weiter. Wegen des laufenden Gerichtsverfahrens werde sich die Behörde vorerst nicht weiter dazu äußern. 

„Preisabsprachen beeinträchtigen den Wettbewerb und können zu höheren Preisen führen“, erklärte ACCC-Kommissar Luke Woodward. Das schade den Verbrauchern und erhöhe die Kosten für Unternehmen. Die Durchsetzung des Kartellrechts und der Schutz des Wettbewerbs bei der Versorgung mit frischen Lebensmitteln gehörten weiterhin zu den Prioritäten der ACCC.