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Apfelsaison am Limit

Diese Saison sticht klar heraus. Ungleichgewichte gab es immer, doch was 2025/26 passiert, sprengt alle Dimensionen. Noch Anfang Mai sind die Lager ungewöhnlich voll – und trotz aller Anstrengungen wächst der Angebotsüberhang weiter, Monat für Monat. 

Äpfel in Kiste auf Plantage
© Ron Tiew/AdobeStock

Die Realität ist ernüchternd: Es ist schlicht nicht möglich, mehr Äpfel am Markt unterzubringen. Noch rund 166.000 t liegen auf Lager und erfordern deutlich mehr Absatz als in den vergangenen Jahren, um rechtzeitig geräumt zu werden. Das Ziel ist klar: Die alte Ernte muss raus, bevor die neue kommt. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wie soll das gelingen? 

Lagerdruck bleibt hoch

Anfang Mai lagern bei den deutschen Erzeugerorganisationen noch rund 166.460 t Äpfel – deutlich mehr als in den Vorjahren, mit weiter wachsendem Abstand. Zusätzliche Mengen lassen sich im Frischmarkt kaum noch unterbringen. Umso wichtiger ist es, den Markt gezielt zu bereinigen: Schwächere Qualitäten, Randsortierungen und Nischensorten müssen konsequenter ausgesiebt werden. Qualitativ überzeugende Ware steht für den Frischmarkt ausreichend zur Verfügung.

Doch selbst mit diesen Maßnahmen bleibt die Herausforderung in den kommenden Vermarktungswochen groß. Elstar dürfte frühestens im Juli geräumt sein, und auch in der Jonagold-Gruppe warten noch rund 66.800 t auf den Absatz. Hoffnungen auf ein verlängertes Vermarktungsfenster bis weit in die neue Saison hinein sind mit erheblichen Risiken verbunden.

Zwar wird in Polen infolge von Frost und Trockenheit mit deutlichen Ernteausfällen gerechnet, doch für Deutschland zeichnet sich aktuell eine Normalernte ab. Umso wichtiger bleibt es, die Ernte 2025 vor Beginn der neuen Saison möglichst vollständig zu vermarkten. Eine stärkere Überschneidung würde den Saisonstart deutlich erschweren und dürfte sich auch preislich negativ auswirken.

Absatzentwicklung unter Druck

Während in der Saison 2022/23 ab Januar monatlich teilweise mehr als 60.000 t vermarktet werden konnten, liegt der Absatz aktuell nur bei rund 50.000 t. Die Gründe sind bekannt: Die Nachfrage verschiebt sich zunehmend hin zu Foodtainern statt klassischer 2 kg-Gebinde. Gleichzeitig gewinnen Clubsorten weiter an Bedeutung, während Standardsorten Marktanteile verlieren. Hinzu kommt wachsender Wettbewerbsdruck durch alternative Früchte – insbesondere Heidelbeeren sowie exotische Produkte wie Avocados, die beim Verbraucher zunehmend gefragt sind. AMI

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