Anfang Juni wurden die ersten Gewichtsmöhren in Deutschland geerntet. Nach einem kalten und langen Winter machten hervorragende Wachstumsbedingungen einen frühen Erntestart möglich. Doch im weiteren Saisonverlauf erschwerten hohe Temperaturen und Trockenheit sowohl das Wachstum als auch die Erntearbeiten. Fehlender Zuwachs, niedrige Erträge, Flächenverluste sowie regionale Einschränkungen bei der Bewässerung führten zu einer angespannten Angebotslage. Die durch die Hitze und das breite Angebot an Sommerobst bedingt niedrige Nachfrage erleichterte eine bedarfsgerechte Versorgung. Demgegenüber wurde seit Juni durch den Lebensmitteleinzelhandel in saisonüblichem Umfang für konventionell erzeugte Gewichtsmöhren geworben. Lediglich die Angebote für Bio-Möhren erreichten nicht die übliche Anzahl.
Bis zum Berichtszeitpunkt Anfang Oktober konnten sich vor allem im norddeutschen Raum die Bestände erholen. Im Süden und Osten Deutschlands herrscht dagegen noch immer ein hohes Niederschlagsdefizit. Bei den Sortierungen für den Lebensmitteleinzelhandel steigt inzwischen die Anzahl an Möhren im unteren Größenbereich. Gleichzeitig fehlt es insgesamt noch immer an übergroßen Möhren. Nachfragen aus der Verarbeitungsindustrie können nicht immer vollumfänglich bedient werden.
Süddeutschland blickt einer geringen Lagermöhrenernte entgegen
Die Aussichten für die Lagermöhrenernte sind regional sehr unterschiedlich. Während in Küstennähe von durchschnittlichen bis teilweise sogar leicht überdurchschnittlichen Erträgen ausgegangen wird, sehen Erzeuger in der Pfalz oder auch weiter im Süden mit hoher Wahrscheinlichkeit einer unterdurchschnittlichen Erntemenge entgegen. Aktuell stehen zwei wesentliche Fragen im Raum: Wie weit kann der Beginn der Lagermöhrenernte organisatorisch nach hinten verschoben werden, um den Möhren noch etwas mehr Zeit zum Wachsen zu geben? Und: Wenn die Möhren wachsen, wie hoch wird der Anteil an Übergrößen sein? Durch lückige Bestände steht den Möhren mehr Platz zum Dickenwachstum zur Verfügung. Das könnte bedeuten, dass auch bei durchschnittlichen Erträgen weniger Möhren für die Versorgung des Lebensmitteleinzelhandels zur Verfügung stehen. AMI