Äußere Umstände machen sich in Quartalszahlen von Port of Antwerp-Bruges bemerkbar
Der Umschlag maritimer Güter von Port of Antwerp-Bruges belief sich im ersten Quartal des Jahres 2026 auf 65,5 Mio t, was einen Rückgang von 3,2 % im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres bedeutet. Nach einem schwachen Start im Januar und Februar kam es im März jedoch zu einer Aufholbewegung.
Vor allem Stückgut (-4,4 %) – und dabei insbesondere Schiffscontainer und konventionelle Stückgüter – stand unter Druck, während Massengut stabil blieb (-0,6 %) und RoRo zulegte. Die Ergebnisse spiegeln ein komplexes Zusammenspiel von Faktoren wider: ungünstige Wetterbedingungen, gewerkschaftliche Aktionen, geopolitische Spannungen und eine geschwächte europäische Industrie, so der Hafen.
Im ersten Quartal 2026 sank der Containerumschlag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,5 % in Tonnage und um 2,6 % in TEU. Dies sei vor dem Hintergrund des relativ starken Starts in das Jahr 2025 zu sehen, als die Neuausrichtung der Containerallianzen für hohe Inbound-Volumina sorgte, und vor dem Hintergrund der geschwächten westeuropäischen Exportposition. Darüber hinaus war der Jahresbeginn von extremen Witterungsbedingungen geprägt. Ein Schneesturm und anhaltende Kälte im Januar, gefolgt von schweren Stürmen im Golf von Biskaya bis Mitte Februar, beeinträchtigten den Schifffahrts- und Terminalbetrieb. Auch die viertägige Streikaktion gegen die Rentenreform hatte erhebliche Auswirkungen. Die Unterbrechung der Seeverkehrskette führte zur Umleitung einiger Schiffe in andere Häfen und zu unvollständig abgefertigten Ladungen aufgrund fehlender Reservekapazitäten an den Terminals.
Insgesamt gingen schätzungsweise 100.000 TEU (etwa 1,1 Mio t) an Containerumschlag verloren. Ab Mitte Februar und vor allem im März kam es zu einer Aufholbewegung, die jedoch erneut den Bedarf an zusätzlicher Containerkapazität unterstreiche.
Die direkten Auswirkungen des Nahostkonflikts waren im ersten Quartal aufgrund der längeren Fahrzeiten über das Kap der Guten Hoffnung noch begrenzt. Der Rückgang der Ein- und Ausfuhren aus dem Persischen Golf um 12 % bzw. 49 % sei in diesem Zeitraum vor allem auf die Wetterbedingungen zurückzuführen.
Ab Ende März wurden die ersten Auswirkungen sichtbar. So traf am 23. März der vorläufig letzte LNG-Tanker aus Katar in Zeebrugge ein, und die Containerschifffahrtsunternehmen stellten ihre Fahrpläne auf andere Häfen im Nahen Osten und im östlichen Mittelmeer um. Im Moment wirken sich der Konflikt und die Blockade der Straße von Hormuz vor allem indirekt aus, durch steigende Energie- und Kraftstoffpreise. Diese erhöhen die Bunker- und Transportkosten und setzen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zusätzlich unter Druck. Gleichzeitig sorgen die niedrigen europäischen Gasvorräte, die bis zum nächsten Winter wieder aufgefüllt werden müssen, und die Unterbrechung der Lieferketten für bestimmte Produkte für zusätzliche Unsicherheit und Inflationsdruck.
Investitionen und Projekte stärken zukunftsorientierte Ausrichtung
Inmitten geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Zwänge investiere Port of Antwerp-Bruges weiter in seine Zukunft. Mit der Ansiedlung des chinesischen Herstellers Windrose, der in Antwerpen seinen ersten europäischen Vorzeigestandort für Elektro-Lkw errichtet, bestätige der Hafen seine internationale Attraktivität für innovative und nachhaltige Investitionen.
Gleichzeitig werden die Betriebskapazitäten durch die Modernisierung des Europa Terminal gestärkt, wo die kürzlich installierte Kraninfrastruktur eine Schlüsselrolle bei der Abfertigung der größten Containerschiffe spielen wird. Mit der Einleitung der Marktprüfung für das ECA-Projekt unternimmt Port of Antwerp-Bruges einen weiteren Schritt in Richtung zusätzlicher Containerkapazität. Auf diese Weise soll das künftige Wachstum auf nachhaltige und robuste Weise unterstützt werden.
Auch auf strategischer Ebene übernimmt Port of Antwerp-Bruges eine Vorreiterrolle. Während des European Industry Summit in Antwerpen unterzeichnete er den Antwerp Call to Alden Biesen, einen klaren Aufruf zu einer stärkeren Industriepolitik in Europa, mit Schwerpunkt auf wettbewerbsfähigen Energiepreisen, fairen Handelsbedingungen, Schutz vor Carbon Leakage und der Anerkennung der chemischen Industrie als Eckpfeiler der europäischen Industrie.