Zwischen Personalmangel und Selbstbedienung: Technik wird zum Schlüssel im LEH
Steigende Lohnkosten, anhaltender Personalmangel und veränderte Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher prägen zunehmend die technischen Anforderungen in den Obst- und Gemüseabteilungen des Lebensmitteleinzelhandels. Selbstbedienung, Prozesssicherheit und ein sichtbarer Mehrwert für den Kunden rücken dabei immer stärker in den Fokus. Wie sich diese Entwicklungen konkret im Markt widerspiegeln, schildert Sascha Wietbrauk, Vertriebsleiter von Tenrit, im Gespräch mit dem Fruchthandel Magazin.
Einen weiteren Ausbau erfuhr das Portfolio mit der Einführung einer Ananasschneidemaschine für den LEH. Auslöser waren neben dem Wunsch, den Kunden alles aus einer Hanz anzubieten, parallel wiederkehrende Kundenanfragen gewesen. „Viele haben direkt angefragt, ob sie bei uns auch eine Ananas-Maschine kaufen können“, berichtet Wietbrauk. Tenrit habe sich dafür einen Partner gesucht und die Maschine in das eigene Angebot integriert. Das Ergebnis: Eine große Einzelhandelskette habe sich entschieden, im Ananasbereich ausschließlich mit Tenrit zu arbeiten. „Die Qualität, der Prozess und auch der Preis haben überzeugt“, so Wietbrauk. Der Roll-out verlaufe seit Ende des vergangenen Jahres mit deutlich höherer Nachfrage als erwartet. Ergänzt wird das Sortiment durch Citruspressen für Orangen, Grapefruits und Granatäpfel. Zwar sei der Markt hier vergleichsweise gesättigt, doch punktet Tenrit mit technischen Details, was zu einer stetig wachsenden Nachfrage führt. Besonders hebt Wietbrauk ein Anti-Fruchtfliegen-System hervor, das durch einen leichten Überdruck das Eindringen von Insekten verhindere. „Nichts ist für einen Marktbetreiber und dessen Kunden ärgerlicher, als wenn beim frisch gezapften Saft eine Fruchtfliege im Glas landet“, so Wietbrauk.
Wachsende Nachfrage im Ausland
Auch jenseits des Handels wächst das Unternehmen. In der Verarbeitung und bei Erzeugern spiele Automatisierung eine immer größere Rolle – nicht zuletzt aufgrund steigender Mindestlöhne. Die Entkelchungs- und Schneidemaschine Tenrit TDM für Erdbeeren habe sich sowohl bei Erzeugern als auch in größeren Verarbeitungsbetrieben etabliert. „Das eigentliche Nadelöhr ist das Platzieren der Erdbeeren“, erklärt Wietbrauk. Kleinere, modulare Maschinen seien oft flexibler und wirtschaftlicher als große Anlagen, die hohe Reinigungs- und Stillstandszeiten mit sich brächten. International verzeichnet Tenrit ebenfalls Zuwächse, etwa in den Benelux-Ländern und zunehmend auch in Frankreich. Dort wurde die ‚Schälmeister Mini‘ jüngst mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. „Personalkosten steigen überall, und der Druck, Handarbeit zu reduzieren, nimmt international sogar noch stärker zu als in Deutschland“, so Wietbrauk. Parallel investiert Tenrit in seine Außendarstellung. Ein moderner Messeauftritt, verstärkte Social-Media-Aktivitäten und individualisierbare Maschinen mit Händlerlogos gehören inzwischen zur Strategie. „Die Märkte werden immer mehr zu Wohlfühlräumen. Unsere Maschinen sollen sich optisch und funktional in dieses Gesamtbild einfügen“, erklärt der Vertriebsleiter.
Beziehungen als Basis für Projekte
Mit Blick auf die FRUIT LOGISTICA setzt Tenrit auf persönliche Gespräche und Kontinuität. Viele Projekte entstünden nicht über Nacht. „Klar kommt es auf der Messe direkt zu Aufträgen. Viele größere Projekte brauchen allerdings manchmal zwei oder drei Jahre, bis sie beauftragt werden“, sagt Wietbrauk. Umso wichtiger sei es, im Gespräch zu bleiben – sei es bei ein paar Stücken Ananas, einem Kaffee oder einem frisch gepressten Apfelsaft.
Halle 1.1, Stand B-22