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VDW: Wellpappenindustrie befürchtet neue Belastungen durch Energiepreissteigerungen

Die Wellpappenindustrie sieht sich durch die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten der Gefahr deutlich verschärfter Marktbedingungen ausgesetzt, so der Verband der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW). Schon seit Jahren stellen die gesamtwirtschaftliche Lage und hohe Rohstoffkosten die Branche vor massive Herausforderungen. 

Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW)
VDW-Vorsitzender Dr. Steffen P. Würth
© VDW

„Es ist unklar, wie lange der Krieg im Nahen Osten anhalten und eine Bedrohung für unverzichtbare Teile unserer Energieversorgung darstellen wird. Die stark mittelständisch geprägte Wellpappenindustrie könnte hier jedoch durchaus vor einer neuen Belastungsprobe stehen“, erklärte der VDW-Vorsitzende Dr. Steffen P. Würth. 

Besonders große Sorge bereiteten den im VDW organisierten Unternehmen die Gaspreise. Der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge war die Versorgungslage mit Erdgas bereits in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 angespannt. Ein längerer Produktionsausfall infolge des iranischen Angriffs auf eine zentrale Exportanlage für verflüssigtes Erdgas in Katar könnte diese Situation signifikant verschlechtern, so die IEA. Laut Medienberichten war an der niederländischen Börse bei der Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zum Wochenstart eine Preissteigerung von rund 30 % auf fast 70 Euro je Megawattstunde (MWh) zu verzeichnen. 

„Die Nervosität an den Märkten hat für teilweise sehr sprunghafte Entwicklungen gesorgt. Noch stärker im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand dabei der Ölpreis – und auch dieser kann die Wellpappenindustrie in Form höherer Logistikkosten empfindlich treffen“, erläutert der VDW-Vorsitzende. Der Ölpreis stieg– erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges – wieder auf über 100 Dollar pro Barrel. „Das kurz darauf zu beobachtende Absinken durch neue Ankündigungen aus Washington lässt uns bei Weitem noch nicht aufatmen und auf einen nachhaltigen Effekt vertrauen“, mahnt Würth. Die befürchteten Engpässe auf dem Ölmarkt hätten sich rapide schnell in den Spritpreisen niedergeschlagen. So lag etwa Diesel laut ADAC am 9. März bei 2,117 Euro pro Liter – 37,1 Cent höher als vor Beginn des Krieges im Nahen Osten.

Entscheidend sei es zudem, neue drohende Marktverwerfungen auch im Kontext der beiden vorigen Rezessionsjahre zu bewerten, betont der VDW-Vorsitzende. Diese seien für die Wellpappenindustrie als Zulieferin zahlreicher anderer Branchen bereits äußerst herausfordernd gewesen. „Zusätzlich wurden wir bei unserem wichtigsten Rohstoff Papier sowohl 2024 als auch 2025 jeweils von einer Kostenwelle überrollt. Unsere Industrie versteht sich zu Recht als sehr leistungsfähig und hat schon längere Krisen gemeistert. Zunehmend kumulierte Belastungseffekte können jedoch auch wir nicht dauerhaft auffangen“, so das Fazit von Würth.

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