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YouGov Consumer Index: Höhere Kilopreise für Tomaten, Gurken und Paprika

Im letzten Monat des Jahres 2025 kann die Kategorie Obst/Gemüse/Kartoffeln Frischware nochmals ein starkes Absatzwachstum vorweisen (+5 % gegenüber Dezember 2024), so der YouGov Consumer Index.

Gurke in Scheiben und Spirale geschnitten
© stevepb/pixabay

Alle drei Teilbereiche – Obst, Gemüse und Kartoffeln – haben zu dem positiven Ergebnis beigetragen, wobei insbesondere letztere mit zehn Prozent Mengenplus hervorzuheben sind. Während das Preisniveau für die Gesamtkategorie im Dezember 2025 stagnierte, sind die bezahlten Preise bei Gemüse gestiegen – getrieben durch höhere Kilopreise bei Fruchtgemüse.

Insbesondere in einigen Monaten der zweiten Jahreshälfte 2025 war für Gemüse und vereinzelt auch für Obst eine Erholung des Preisniveaus zu beobachten. In der Betrachtung des Gesamtjahres 2025 haben Verbraucher so leicht niedrigere Kilopreise für Gemüse gezahlt als im Vorjahr (-1 %). Bei Kartoffeln hatte sich der Trend bereits durch das gesamte Jahr gezogen, sodass die Durchschnittspreise kumuliert um 13 % gesunken sind. Für frisches Obst ist das Preisniveau unterdessen um zwei Prozent gestiegen, was jedoch ebenfalls unterproportional zum Plus im FMCG-Gesamtmarkt ist. Der Wertgewinn (+2 %) für Obst/Gemüse/Kartoffeln gesamt im Jahr 2025 basiert somit auf einer gestiegenen Nachfrage (+3 %), die wiederum dadurch zustande kommt, dass Verbraucher öfter am PoS waren.

Die bereits am stärksten frequentierte Kategorie Obst/Gemüse/Kartoffeln hat somit ihre Spitzenposition in Sachen Shopping Trips gefestigt. Frisches Gemüse konnte im Jahr 2025 um zwei Prozent im Absatz zulegen. Das größte Segment, Fruchtgemüse, trug mit einer flacheren Entwicklung (+1 %) jedoch nur unterproportional dazu bei. Gleichzeitig mussten Verbraucher für Tomaten, Gurken und Paprika höhere Kilopreise zahlen als noch im Vorjahr. Ein dynamischeres Jahresergebnis zeigt sich bei Kohlgemüse: Bei einem günstigeren Preisniveau konnte das Segment um acht Prozent in der Menge wachsen, allem voran getrieben durch eine starke Performance von Blumenkohl. Auch für Wurzelgemüse und Zwiebel-
gemüse haben Verbraucher niedrigere Preise gezahlt (-6 % bzw. -5 %). Beide Segmente konnten zwar ein Absatzplus erzielen, im Umsatz sind jedoch Einbußen zu verzeichnen. Wie bereits berichtet, konnte auch die Spargelsaison des Jahres 2025 nicht in die schwarzen Zahlen kommen (-5 % Menge).

Dass preislich attraktive Angebote für Verbraucher im Jahr 2025 eine große Rolle spielten, zeigt sich an der weiter steigenden Bedeutung von Promotions, die bei Obst, Gemüse und Kartoffeln jeweils überproportional zum Wachstum beigetragen haben. Nichtsdestotrotz ist auch die Nachfrage nach hoher Qualität gestiegen, was man etwa an der positiven Bio-Entwicklung sehen kann. Drei von vier Haushalten haben im Jahr 2025 mindestens einmal zu Bio-Obst gegriffen.

Die Verschiebung zu höherpreisiger Bio-Ware erklärt somit auch einen Teil des Preisniveauanstiegs bei Frischobst (+2 %). Zusammen mit dem Absatzzuwachs von drei Prozent kommt das Segment so auf eine starke Umsatzentwicklung. Was waren die Highlights im Obstsegment im Jahr 2025? Ein zweistelliges Mengenwachstum konnten Exoten verzeichnen (+15 %), was insbesondere durch die häufig in Promotions gefundenen Avocados und Mangos getrieben wurde, aber auch Kiwis konnten zulegen. Durchschnittlich elf Kilo Exoten wurden pro Haushalt im Jahr 2025 gekauft – ein deutlicher Intensitätsanstieg
gegenüber Vorjahr. Obwohl die Kilopreise stabil, ja sogar leicht gestiegen sind, konnten Erdbeeren nach der flachen Entwicklung im Vorjahr in 2025 wieder stärker zulegen (+8 % Menge). Auch die Performance von Weintrauben und Melonen (jeweils +7 %) konnte sich sehen lassen. Zu den Verlierern des Jahres gehört indes Steinobst. Aufgrund der erntebedingten Angebotsknappheit verlor der Bereich deutlich an Absatz (-13 %). 

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