von Nadine Schotten 4 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Weniger wegnehmen und dafür mehr herausholen

Schon bald öffnet die FRUIT LOGISTICA in Berlin ihre Tore. Viele Unternehmen bereiten sich gerade darauf vor, ob als Aussteller oder als Besucher. Auch bei Sormac in Venlo herrscht reges Treiben: alle Maschinen werden nochmals geprüft und für den Transport fertig gemacht. So auch die OptiCor OC-60, die neben diversen weiteren Produkten des niederländischen Maschinenspezialisten schon bald live in Berlin zu erleben sein wird.

blaue Handschuhe halten einen Eisbergsalat auf der OptiCor OC-60
Bis zu 2.100 Eisbergsalatköpfe pro Stunde können mit der OptiCor OC-60 verarbeitet werden.
© Sormac

Die OptiCor OC-60 wurde speziell für die Verarbeitung von Eisbergsalat entwickelt und übernimmt sowohl das Entfernen des Strunks als auch – sofern gewünscht – das Schneiden des Salates. Dabei ermöglicht ihr besonderer Aufbau die Strunkentnahme von unten her und hebt sie damit von anderen auf dem Markt befindlichen Systemen ab. „Auf diese Weise erzielen wir eine 100 %-ige Trennung von Abfall und Produkt“, erklärt Roy Lemmen, Vertriebsleiter bei Sormac, gegenüber dem Fruchthandel Magazin.

Die Befüllung der Maschine kann nach Angaben des Venloer Maschinenexperten auf zweierlei Weise erfolgen: Entweder werden die Salatköpfe manuell in die Edelstahltaschen der OptiCor OC-60 eingelegt oder sie werden über ein optional erhältliches automatisches Füllsystem zugeführt, das einen vollautomatischen Prozess ermöglicht. „Wir setzen bei den Taschen konsequent auf Edelstahl. Das ist nicht nur der hohen Robustheit geschuldet, sondern wir schließen so auch jegliches Risiko von Kunststoffabrieb im Prozess aus“, sagt Lemmen. Die Maschine bestehe vollständig aus rostfreiem Stahl und entspreche den aktuellen europäischen Hygienerichtlinien (EHEDG).

mehrere Eisbergsalate auf der OptiCor OC-60
Die OptiCor OC-60 wurde für Kopfgrößen von 90 mm bis 220 mm Durchmesser entwickelt und ist flexibel im Umgang mit unterschiedlichen Formen.
© Sormac

Nachdem der Salat in den Edelstahltaschen (manuell oder automatisch) platziert wurde, bewegen sich diese taktgesteuert im Start-Stopp-Verfahren. Wie Lemmen erklärt, befindet sich unter den Taschen eine Kamera, die den Strunk erkennt und ihn auf einem intuitiven digitalen Bedienfeld (HMI) sichtbar darstellt. Dies ermöglicht eine einfache und sichere Positionierung des Salatkopfes. Ist der Kopf korrekt ausgerichtet, wird dies durch ein optisches Signal bestätigt.

Jeder Salatkopf wird separat erfasst

Im nächsten Schritt misst die Kamera den Durchmesser des Salatkopfes, erkennt die Lage des Strunks und berechnet daraus für jeden einzelnen Salat automatisch die ideale Entkerntiefe. Diese Tiefe kann auf Wunsch manuell angepasst und feinjustiert werden. „Wir vermessen wirklich jeden Salat separat“, sagt der Maschinenexperte. „Dadurch erreichen wir eine hohe Präzision und eine Ausbeute von mindestens 95 %.“ Anschließend fahren kegelförmige Messer auf die errechnete Tiefe aus und entfernen nur so viel Material wie nötig. Die Messer lassen sich innerhalb weniger Minuten sicher und einfach wechseln. „Es klingt so einfach: Loch bohren, Strunk raus, fertig“, sagt Lemmen. „Aber wenn man es richtig tut, entscheidet dieser eine Schritt über die Ausbeute. Es klingt nach wenig, aber das spart unter Umständen Tonnen.“

Nahaufnahme von drei Eisbergsalaten auf der OptiCor OC-60
Nach dem Entkernen kann der Eisbergsalat optional in zwei oder vier Stücke geteilt werden.
© Sormac

Präzisionsmodus vs. Schnellentkernmodus

Nach dem Entkernen kann der Eisbergsalat optional in zwei oder vier Stücke geteilt werden, ohne dabei die Leistung zu reduzieren. „Neben dem Präzisionsmodus, der maximale Qualität gewährleistet, verfügt die OptiCor OC-60 über einen Schnellentkernmodus, in dem zugunsten eines höheren Durchsatzes leichte Abstriche in der Genauigkeit möglich sind. Bis zu 35 Köpfe pro Minute sind erreichbar. Für Betriebe bedeutet das nicht nur Flexibilität in der Verarbeitung, sondern auch eine deutliche Entlastung im Alltag.“

Darüber hinaus betont der Vertriebsleiter, dass die Maschine eine kleine Grundfläche besitzt und sich damit leicht in Verarbeitungslinien integrieren lässt. „Das hygienische Design, ein Rahmen ohne Bodenkontakt sowie unterhalb des Produktstroms platzierte Antriebe sorgen für leichte Reinigung und hohe Lebensmittelsicherheit. Zudem arbeitet die Maschine auf einer ergonomischen Arbeitshöhe, was dem Bedienkomfort zugutekommt“, erläutert Lemmen.

Mit der OptiCor OC-60 präsentiert Sormac in Berlin eine Maschine, die ein vielfach unterschätztes Kernproblem bei der Verarbeitung von Eisbergsalat löst. Sie holt dank der Anwendung präziser bildgebender Verfahren buchstäblich aus jedem Salatkopf das Maximum heraus. Das könnte laut Roy Lemmen u.a. auch für Sandwich-Hersteller oder Zulieferer von Burgerketten interessant sein. Wer mehr hierüber oder andere Lösungen, die Sormac während der FRUIT LOGISTICA präsentiert, erfahren möchte, ist am Messestand des Unternehmens herzlich willkommen.

Halle 1.1, Stand C-40 

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