Das nationale Statistikamt der Türkei (TurkSTAT) bestätigte in seiner jüngsten Schätzung der landwirtschaftlichen Produktion für 2025 einen deutlichen Rückgang infolge der widrigen Wetterbedingungen des Vorjahres. Allein in der Ägäisregion ging die Orangenproduktion 2025/26 um 34 % zurück. Auch die Region Adana war stark betroffen: Winterfrost und extreme Sommerhitze beeinträchtigten Orangen und andere Citrusfrüchte erheblich. Während der durchschnittliche Ertrag pro Dekar (0,1 Hektar) vor zwei Jahren noch bei etwa fünf Tonnen lag und im vergangenen Jahr auf zwei bis drei Tonnen sank, fiel er nach dem diesjährigen Frost auf nur noch 0,5 t. Für die gesamte Provinz wird eine Erntemenge von rund 360.000 t erwartet. Bereits im Vermarktungsjahr 2024/25 produzierte die Türkei mit 1,6 Mio t rund 30 % weniger Orangen als im Jahr zuvor, als die Erzeugung noch 2,3 Mio t betrug. Hauptgrund waren extreme Hitzeperioden während der Blüte im Frühjahr 2024. Besonders stark betroffen waren die Sorten Navelina und Fukumoto, vor allem in der Ägäisregion, die rund 70 % der gesamten Orangenproduktion des Landes stellt. Auch sonst sind die Rahmenbedingungen für den türkischen Citrus-Sektor dem USDA-Bericht zufolge alles andere als einfach. Die hohe Inflation und volatile Erzeugerpreise haben zu steigenden Einzelhandelspreisen und einem Rückgang des Inlandsverbrauchs bei allen wichtigen Citrusfrüchten geführt. Der Sektor kämpft weiterhin mit Problemen im Pflanzenschutz, strengeren Rückstandskontrollen in wichtigen Exportmärkten sowie neuen staatlichen Regelungen, die die Anpflanzung von Obstbäumen einschränken. Diese Faktoren gefährden die künftige Produktion.