von Inga Detleffsen 3 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Fruitimprese: Internationale Instabilität gefährdet Italiens Handel

Fruitimprese-Präsident Marco Salvi zeigte sich „sehr zufrieden“ mit der Exportleistungen in 2025, weist jedoch darauf hin, dass der Krieg im Nahen Osten zu einer „erheblichen Verlangsamung“ der Lieferungen nach Saudi-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Israel und in andere Länder der betroffenen Region führten.

Fruitimprese-Präsident Marco Salvi
Fruitimprese-Präsident Marco Salvi
© Fruitimprese

Italien sei das wichtigste O+G-Exportland für den Nahen Osten, vor allem für Äpfel und Trauben, die 2025 über 150 Mio Euro erzielt hätten. „Leider konzentrieren sich die Apfelexporte gerade auf die ersten Monate des Jahres, und die negativen Auswirkungen des Konflikts werden noch verstärkt, wenn man bedenkt, dass der Suezkanal langsam wieder in Betrieb genommen wurde und wir gerade dabei waren, auf den indischen und südostasiatischen Markt zurückzukehren“, so Salvi. 

Umleitung von Warenströmen nachteilig für Produzenten in Italien und Europa

Die Türkei und Ägypten, historisch enge Partner der arabischen Länder, hätten aktuell ihre Lieferungen von Äpfeln und Trauben gestoppt, was das Risiko beinhalte, dass diese Produkte nach Europa umgeleitet werden könnten – mit verheerenden Auswirkungen auf die Preise. Die bereits durch den Zyklon Harry beeinträchtigte Zitrus-Kampagne könnte sich vor allem im Export von Orangen mit Ware konfrontiert sehen, z.B. auch aus Südafrika, das schon lange eine führende Rolle im Export nach Nahost spiele und seine Lieferungen „möglicherweise nach Europa umleiten könnte, wenn unsere späten Sorten auf den Markt kommen“, befürchtete Salvi. 

Dass 2025 als Rekordjahr Italiens für den O+G-Export Geschichte schreiben könnte sei „eine konkrete Gefahr“, erklärte der Fruitimprese-Präsident. Die international instabile Lage verschließe wichtige Absatzmärkte und erhöhe drastisch die Kosten der Unternehmen für Energie sowie Düngemittel, was die Wettbewerbsfähigkeit Italiens beeinträchtige. 

Neue Märkte und neue Regelungen dringend nötig

„Wir müssen die Erschließung neuer Märkte beschleunigen“, betonte er, vor allem, was den Export italienischer Äpfel nach China und Mexiko sowie von Trauben nach Südafrika und Brasilien betreffe. „Unser Ministerium setzt sich dafür ein“, man müsse schnell handeln und den europäischen Mitbewerbern zuvorkommen, sonst sei die Arbeit „umsonst“ gewesen, so Salvi. Pflanzenschutzmittel bleiben derweil ein Dauerthema in Brüssel, man arbeite weiterhin an Änderungen bestehender Regelungen. „Die Mitgliedstaaten scheinen grundsätzlich einer Meinung zu sein, was einen veränderten Ansatz angeht, der die Landwirtschaft ins Zentrum stellt“, bemerkte Salvi. Dieser würde es ermöglichen, Behandlungen in unterschiedlichen Ländern gleich zu handhaben. „Wir wünschen uns, dass die Kommission die Bedürfnisse der europäischen Agrar- und Nahrungsmittelbranche anerkennt und mit neuer Pragmatik ideologische Denkweisen ablegt, die bisher ihre Entscheidungen bestimmt haben“, betonte der Fruitimprese-Präsident. Weiterhin sei geplant, bei der Mitgliederversammlung kommenden Monat das Thema des Arbeitskräftemangels mit weiteren Akteuren zu besprechen, teilte er abschließend mit.

Konkrete Zahlen zum italienischen „Rekordjahr 2025“ für Obst und Gemüse lesen Sie übrigens hier: klick.

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