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Trotz Herausforderungen steht alles im Zeichen der heimischer Erdbeeren

Nach Wochen kühler Witterung mit Nachtfrostgefahr, aufwendigen Lüftungen und wenig Erdbeeren hat Pfingsten für eine Turbo-Entwicklung bei den süßen Früchtchen gesorgt, so der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE).

Erdbeeren in Schalen
© Jürgen Rösner/VSSE

Es ist wieder ein sehr gutes Erdbeerjahr mit hervorragenden Qualitäten. Auch stehen zahlreiche Erdbeerfelder für die Selbstpflücke bereit. 

Am Wochenende haben lokale Starkregen- und Hagelereignisse sowie Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen teilweise Schäden in den Freilanderdbeeren verursacht. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es noch keinen Überblick über das Ausmaß der Schäden.

Ein großer Wehrmutstropfen für die Erdbeererzeuger waren in der Woche vor Pfingsten die Spottpreise für heimische Erdbeeren in den Discountmärkten, die jegliche Regeln von Angebot, Nachfrage und Preis aus den Angeln hob. In der Direktvermarktung konnten die Preise dennoch bisher stabil bleiben. „Die starke Preissenkung für Erdbeeren im Lebensmittelhandel noch vor Pfingsten, als Erdbeeren noch gesucht wurden, hat uns sehr beunruhigt: Denn die Produktionskosten steigen, und es gab zum Angebotszeitpunkt keine Übermenge. Ohne ein gutes Zusammenspiel zwischen Erzeugung und Handel ist eine verlässliche Versorgung mit Erdbeeren nicht möglich. Dauerhaft zu niedrige Preise können Produzenten zur Aufgabe zwingen und so mittelfristig ein Angebotsproblem schaffen“, betont Simon Schumacher, Vorstandssprecher des VSSE.

Rasanter Wetterwechsel zu Pfingsten sorgt für turbulente Saison

„Die Abfolge der unterschiedlichen Anbausysteme haben dieses Jahr sehr gut funktioniert. Es gab keine Überschneidungen in der Verfrühung. Die Qualitäten der Erdbeeren sind auch top. Es ist aber sehr auffällig, wie viele Aktionen im Lebensmitteleinzelhandel für Erdbeeren gemacht wurden, obwohl Erdbeeren gesucht waren“, erklärt Christian Wach, Erdbeeranbauberater für Süddeutschland. 

„Qualitativ ist es ein sehr gutes Erdbeerjahr. In der kühlen Phase gab wenig Erdbeeren zu stabilen Preisen, abgesehen von der Angebotsaktion im Lebensmitteleinzelhandel in der Vorpfingstwoche. Jetzt sind wir gerade in der Hauptsaison, die hoffentlich noch bis Ende Juni dauern wird“, führt Katrin Hetebrügge, Erdbeeranbauberaterin in Südhessen, aus.

Norddeutschland hofft auf gute Haupt- und Spätsaison

„Menge, Preis, Qualität – bisher passte alles, abgesehen von den Aktionspreisen im Lebensmitteleinzelhandel vor Pfingsten, die keiner gebraucht hätte. Die Tunnelerdbeersaison ist super gelaufen und bei den Juniträgern zu bis zu 80 % abgeschlossen. Durch die kalten, nassen Tage und die kühle Witterung mit Tagestemperaturen nicht über 10 °C ist unsere Freilandernte etwas verzögert. Diese Woche werden wir mit der Erdbeerernte im Freiland in den unverfrühten Beständen beginnen. Unsere Haupterdbeermenge kommt jetzt“, Tilman Keller, Erdbeeranbauberater für Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Preise im LEH gingen zum Teil am Markt vorbei

Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) ist die Nachfrage nach deutschen Erdbeeren und die Käuferreichweite bisher in etwa vergleichbar mit der der vergangenen Jahre. In der Muttertagswoche war sie überdurchschnittlich hoch. Die Importware war in diesem Jahr länger als sonst in den Supermarktregalen. Von Ende April bis Pfingsten war die Käuferreichweite bei ausländischen Erdbeeren höher als in den letzten fünf Jahren. Die Angebotspreise im Lebensmitteileinzelhandel gingen vor Pfingsten am realen Erdbeermarkt vorbei: Es waren zu wenig Erdbeeren verfügbar, so dass die Discount-Preise nicht gerechtfertigt waren. 

Noch stärkere Nachfrage nach Selbstpflücke

Die Erdbeer-Selbstpflücke liege ungebrochen im Trend. Viele Betriebe geben Erdbeerfans die Möglichkeit, ihre Erdbeeren auf den Feldern selbst zu pflücken. Auch bieten vereinzelt Erdbeererzeuger die rückenschonende Selbstpflücke bei Erdbeeren auf Stellage (Anbau in schulterhohen Rinnen in Pflanzerde) im Tunnel an. Aufgrund der günstigeren Preise und der erforderlichen Mengen bietet sich die Selbstpflücke vor allem für das Kochen von Erdbeerkonfitüre an. Die Nachfrage war in diesem Jahr wieder so groß, dass immer wieder Felder frühzeitig geschlossen werden mussten, da sie leer gepflückt waren. 

Zum dritten Mal wurde am 24. Mai, am Tag der deutschen Erdbeere, die rote Frucht gefeiert. In diesem Jahr gab es u.a. Verlosungsaktionen, Gewinnspiele und Sonderaktionen und eine geschenkte Erdbeer-Pflanze zur Feier des Tages.

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