Südafrikas Regierung überträgt schwarzen Erzeugern große Flächen staatseigenen Landes
Präsident Cyril Ramaphosa erklärt, dieser Schritt werde den Zugang zu Land erweitern, Arbeitsplätze schaffen und der Ernährungssicherheit zugutekommen.
Die südafrikanische Regierung überträgt schwarzen Landwirten rund 2,5 Mio ha staatseigenes Land und stellt ihnen Eigentumsurkunden aus – als Teil der Bemühungen, eine neue Generation kommerzieller Landwirte heranzubilden.
In seinem wöchentlichen Brief an die Nation erklärte Präsident Cyril Ramaphosa, dass ein verbesserter Zugang zu Land, Finanzmitteln und landwirtschaftlicher Ausbildung unerlässlich sei, um den Sektor zu transformieren, Arbeitsplätze zu schaffen und die Ernährungssicherheit Südafrikas zu stärken.
Ramaphosa sagte, der Agrarsektor des Landes habe sich seit 1994 mehr als verdoppelt und werde im Jahr 2025 Exporte im Wert von 270 Mrd ZAR verzeichnen, womit das Land zum 32. größten Agrarexporteur der Welt werde.
Im Rahmen der „Proactive Land Acquisition Strategy“ (Strategie zum proaktiven Landerwerb) stellt die Regierung in verschiedenen Teilen des Landes Land für schwarze Landwirte zur Verfügung.
Das Land exportiert u.a. Trauben, Mais, Rindfleisch, Wein, Zitrusfrüchte, Zucker und Wolle. Fast die Hälfte der Agrarexporte geht in andere afrikanische Länder, während der Rest Märkte in der EU, Asien, dem Nahen Osten und Amerika erreicht.
Das Wachstum des Sektors kam jedoch nicht allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen zugute. „Wir haben immer noch das, was als ‚zwei Landwirtschaftssysteme‘ bezeichnet wird“, sagte er. „Überwiegend von Weißen geführte kommerzielle landwirtschaftliche Betriebe machen den Großteil der landwirtschaftlichen Produktion des Landes aus, während schwarze Landwirte nur etwa 10 % ausmachen.“
Ramaphosa warnte, dass es angesichts des Bevölkerungswachstums und der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln nicht nachhaltig sei, sich bei der Deckung des Nahrungsmittelbedarfs des Landes auf einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung zu verlassen.
Ein Wandel sei daher notwendig, um sowohl historische Ungleichheiten zu beseitigen als auch sicherzustellen, dass das Land den künftigen Nahrungsmittelbedarf decken kann. 2025 waren rund 944.000 Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt, weitere 200.000 arbeiteten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Ramaphosa verwies zudem auf eine Studie der Universität Pretoria aus dem Jahr 2025, die einen starken Zusammenhang zwischen Investitionen in die Landwirtschaft und Armutsbekämpfung feststellte. Landbesitz allein garantiere keinen Erfolg, da Landwirte auch praktische Erfahrung und Kenntnisse über Anbaukulturen, Wetterbedingungen und Tierkrankheiten benötigen.
„Der erste Schritt zum Aufbau einer neuen Generation südafrikanischer Landwirte besteht darin, ihnen einen rechtlich gesicherten Zugang zu Land zu verschaffen“, sagte er. Er betonte jedoch, dass der Zugang zu Land mit Finanzmitteln, Qualifizierungsmaßnahmen, Mentoring und Technologie einhergehen müsse, um aufstrebenden Landwirten dabei zu helfen, wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe aufzubauen. „Viel zu oft bleiben aufstrebende Landwirte auf dem Subsistenzniveau gefangen, weil sie nicht an die Finanzierung kommen, die sie für landwirtschaftliche Betriebsmittel, Infrastruktur und zusätzliches Land benötigen“, sagte er.
Er forderte mehr Kreditgeber und Agrarunternehmen dazu auf, sich zu beteiligen und zusätzliche Finanzierungsinstrumente für Landwirte zu entwickeln. „Als Regierung verfolgen wir gezielt das Ziel, die Exportmärkte für unsere landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erweitern und zu diversifizieren. Wir arbeiten mit Agrarunternehmen und Landwirten an Themen wie neuen Züchtungstechniken und Fortschritten in der Agrarbiotechnologie zusammen“, erklärte Ramaphosa.
Stärkere Partnerschaften zwischen Regierung, Landwirten, Unternehmen, Kreditgebern, traditionellen Führern und Gemeinden würden dazu beitragen, den Sektor auszubauen und Arbeitsplätze zu schaffen. „Wir können mehr Land unter den Pflug nehmen, eine neue Generation schwarzer kommerzieller Landwirte hervorbringen und sicherstellen, dass wir nicht nur genug anbauen, um unsere gesamte Bevölkerung zu ernähren, sondern auch, um auf Märkten weltweit zu verkaufen“, fügte er hinzu.