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Südafrika: Zitrus-Branche fordert mehr Tempo bei der Bahnreform

Die Reform des südafrikanischen Schienengüterverkehrs gewinnt an Dynamik. Auf der 26. Africa Rail Conference bezeichnete Verkehrsministerin Barbara Creecy die Öffnung des Schienennetzes für private Betreiber als wichtigen Meilenstein. Aus Sicht der südafrikanischen Citrus Growers' Association (CGA) sind die eingeleiteten Maßnahmen ein entscheidender Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft nachhaltig zu verbessern. Die Branche verweist seit Jahren auf erhebliche Defizite in der Transportlogistik.

Südafrika Packline Orangen
© Lucentlands Media

Ein Großteil der Zitrus-Früchte aus den nördlichen Anbaugebieten muss derzeit auf der Straße über rund 850 Kilometer zum Hafen von Durban transportiert werden. Eine leistungsfähigere Schienenanbindung gilt daher als zentrale Voraussetzung, um Transportkosten zu senken und die Exportlogistik effizienter zu gestalten. 

Wie eine Studie des unabhängigen Bureau for Food and Agricultural Policy (BFAP) aus dem Jahr 2025 zeigt, verursachten ineffiziente Logistikprozesse der südafrikanischen Zitrus-Industrie in der Saison 2024 direkte und indirekte Kosten in Höhe von 5,27 Mrd Rand (ca. 282 Mio Euro). Nach Einschätzung der CGA belasten diese Verluste nicht nur die Erzeuger, sondern schmälern zugleich Deviseneinnahmen und bremsen die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Einbindung privater Unternehmen

Die CGA unterstützt deshalb eine stärkere Einbindung privater Unternehmen sowohl in den Hafenbetrieb als auch im Schienenverkehr. Als bedeutenden Fortschritt wertet der Verband die Übernahme des Betriebs von Pier 2 im Hafen Durban durch ICTSI im Januar 2026. Nun fordert die Branche vergleichbare Reformen für den Schienengüterverkehr. Ein positives Signal sieht die CGA in den kürzlich abgeschlossenen Netzzugangsvereinbarungen mit elf privaten Bahnunternehmen. Nach Angaben der Verkehrsministerin sollen die neuen Betreiber ihre Verkehre bereits ab April 2027 aufnehmen – zeitgleich mit dem Beginn der südafrikanischen Zitrus-Exportsaison. 

Der Wettbewerb zwischen mehreren Anbietern soll die Servicequalität und Effizienz im Schienengüterverkehr erhöhen und den Kunden zugutekommen. Die CGA hofft, dass landwirtschaftliche Erzeugnisse bei der Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene prioritär berücksichtigt werden. Angesichts der aktuellen Herausforderungen der laufenden Exportsaison sei eine reibungslose Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette entscheidend, damit die Früchte termingerecht die Häfen erreichen und in den internationalen Absatzmärkten in optimaler Qualität ankommen. Langfristig verbindet die Branche mit der Bahnreform die Erwartung, die hohen Logistikkosten deutlich zu reduzieren und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des südafrikanischen Zitrus-Sektors nachhaltig zu stärken.