Besonders enttäuschend sei der Stillstand bei einem möglichen Teil-Handelsabkommen mit Indien, obwohl erste Exportinitiativen bei südafrikanischen Citrusfrüchten Erfolge gezeigt hätten. Ntshabele fordert vor allem mehr Pragmatismus: BRICS dürfe nicht nur ein geopolitisches Bündnis sein, sondern müsse konkrete Handelsvorteile liefern, etwa durch einen BRICS-Plus-Handelspakt mit reduzierten Zöllen. Angesichts hoher Arbeitslosigkeit könne Südafrika es sich nicht leisten, BRICS lediglich als diplomatisches Prestigeprojekt zu behandeln – handelspolitische Ergebnisse seien dringend notwendig. „Während zahlreiche Länder, darunter Indien, Kanada und Großbritannien, aktiv neue Handelsabkommen schließen, um ihre Volkswirtschaften abzusichern und zu diversifizieren, droht Südafrika ins Hintertreffen zu geraten. Der globale Trend ist eindeutig: Kein Land kann es sich leisten, wirtschaftlich stillzustehen.“
Kritisch hinterfragt wird zudem der politische Charakter von BRICS. Solidarität und geopolitische Nähe allein seien nicht ausreichend; vielmehr müsse der Fokus stärker auf konkreten wirtschaftlichen Ergebnissen liegen. In diesem Zusammenhang wird der Vorschlag des Ökonomen Wandile Sihlobo für ein BRICS-Plus-Handelsabkommen aufgegriffen, das unter Indiens Präsidentschaft 2026 vorangetrieben werden könnte. „Ein solches Abkommen könnte insbesondere für die Landwirtschaft von großer Bedeutung sein, da südafrikanische Produkte derzeit in wichtigen BRICS-Märkten wie Indien und China hohen Zöllen unterliegen und dadurch an Wettbewerbsfähigkeit verlieren“, so Boitshoko Ntshabele.