Regen bringt Erleichterung für chilenische Zitruserzeuger
Mandarinen-Erntemengen nach Regenperiode nach unten korrigiert, doch Niederschläge bringen nach anhaltender Dürre willkommene Erleichterung für die Grundwasservorkommen.
Die chilenische Zitrussaison verläuft mit beträchtlichen Exportmengen, obwohl die Branche aufgrund der jüngsten Wetterereignisse ihre früheren Schätzungen anpassen musste.
Laut Monserrat Valenzuela, Präsidentin des chilenischen Zitruskomitees, wurde die Prognose für Mandarinen nach den jüngsten Regenfällen von 190.000 t auf 180.000 t nach unten korrigiert, während sich Clementinen, Orangen und Zitronen erwartungsgemäß entwickeln.
Die Clementinensaison ist bereits mit einem Exportvolumen von 64.000 t abgeschlossen, und die Ausfuhren von Mandarinen laufen gerade an. Bis KW 32 wurden etwa 3.000 t Mandarinen exportiert – ein Tempo, das Valenzuela im Vergleich zu früheren Saisons als normal bezeichnete.
Die Prognose für die Orangen-Exporternte bleibt unverändert bei 134.000 t, wobei bereits etwa 68.000 t verschifft wurden und sich die Saison ihrer Endphase nähert. Die Zitronensaison ist unterdessen zu etwa 70 % abgeschlossen. Insgesamt werden die Exporte voraussichtlich 118.000 t erreichen.
Valenzuela erklärte, das Wetter sei in dieser Saison ein entscheidender Faktor gewesen. Die Erzeuger mussten sowohl mit Frontensystemen als auch mit Frostereignissen zu kämpfen haben. Sie merkte jedoch an, dass Zitrusplantagen mittlerweile besser in der Lage seien, auf Niedrigtemperaturereignisse zu reagieren. Die kontinuierliche Überwachung mithilfe von Thermographen und anderen Instrumenten ermöglicht es, Temperaturschwankungen – sogar innerhalb einer einzelnen Anlage – zu erkennen und je nach der im jeweiligen Betrieb verfügbaren Technologie rechtzeitig Schutzsysteme wie Bewässerung, Heizung oder Ventilatoren zu aktivieren.
Der Regen hingegen hatte eine zweigeteilte Wirkung. Zwar verlangsamte er vorübergehend die Ernten und führte zu Anpassungen bei bestimmten Exportmengen, doch hat er die Aussichten auf die Wasserverfügbarkeit im Vergleich zu früheren Saisonen deutlich verbessert. Valenzuela erklärte, die aktuellen Wasserreserven könnten der Branche nach einer anhaltenden Dürreperiode eine Atempause von etwa vier Jahren verschaffen.
Ein wesentliches Merkmal des chilenischen Zitrusgeschäfts ist nach wie vor die starke Abhängigkeit vom US-Markt. Rund 99 % der Clementinen- und Mandarinen-Exporte gehen in die USA, ebenso wie fast 80 5 der Orangenlieferungen.
Diese starke Konzentration auf die USA macht die jüngsten von Trump verhängten Zölle für Erzeuger und Exporteure umso besorgniserregender. Derzeit sind Orangen das einzige Zitrusprodukt, das von der Einfuhrsteuer befreit ist. Frutas de Chile hat sich darum bemüht, den chilenischen Behörden technische und kommerzielle Daten zur Verfügung zu stellen, um die Bemühungen zur Abschaffung dieser Abgaben zu unterstützen – etwas, von dem Valenzuela hofft, dass es bald geschehen wird.
Gleichzeitig werden Anstrengungen unternommen, die Exportmärkte des Landes zu diversifizieren. Chile sieht sich einem harten Wettbewerb durch andere Lieferanten der Südlichen Hemisphäre wie Südafrika, Peru, Uruguay, Argentinien und Australien ausgesetzt. Dies zwingt die Branche dazu, nicht nur neue Märkte zu erschließen, sondern sich auch durch Produktbeschaffenheit, Qualität, Sortenvielfalt und die Einhaltung kommerzieller Anforderungen von der Konkurrenz abzuheben.
Lateinamerika entwickelt sich zu einer Region mit Wachstumspotenzial, insbesondere für Orangen. Valenzuela bezeichnete Mexiko – das vor zwei Jahren grünes Licht für chilenische Zitrusimporte gegeben hat – als einen bedeutenden Markt, der erhebliche Mengen an Orangen, Mandarinen und Zitronen aufnehmen kann.