Thematisiert wurden unter anderem die bisherigen Reaktionen von Politik und Behörden sowie der weitere Umgang mit dem Schaderreger. Nach Einschätzung der Beteiligten besteht weiterhin Handlungsbedarf, da sich die Schilf-Glasflügelzikade weiter ausbreitet. In diesem Jahr sei sie früher aufgetreten und über einen längeren Zeitraum geflogen. Als einen Einflussfaktor nannten die Fachleute die Witterungsbedingungen. Diskutiert wurden vor diesem Hintergrund Investitionen in praxisnahe Forschung sowie die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln.
„Ein integrierter Bekämpfungsansatz ist zwingend erforderlich, um bei der Eindämmung der Schilf-Glasflügelzikade Schritt für Schritt weiterzukommen“, sagte Dr. Karsten Buhr von der EUROPLANT Innovation GmbH. Zu den diskutierten Ansätzen zählen angepasste Fruchtfolgen und Bodenbearbeitung, weitere pflanzenbauliche Maßnahmen, die Sortenwahl sowie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln entsprechend der betrieblichen Situation und den behördlichen Vorgaben.
Über die Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Praxis berichtete Landwirt Sven Borchert aus Sachsen-Anhalt. „Wir haben auf unserem Betrieb in Sachsen-Anhalt mal erfolgreich 250 ha Kartoffeln angebaut, das zunehmende Auftreten des Schaderregers hat in jüngster Zeit allerdings zu einer Reduzierung des Anbaus auf 100 ha geführt“, sagte Borchert. Damit seien neben finanziellen Auswirkungen auch Folgen für die Fruchtfolge verbunden.
Als ein zentraler Punkt der Diskussion wurde ein fruchtartenübergreifendes Vorgehen verschiedener Akteure bei der Eindämmung der Schilf-Glasflügelzikade herausgestellt.