Peru rechnet für 2026 mit schwachem El Niño
Die peruanischen Behörden gehen davon aus, dass ein voraussichtlich relativ schwacher El Niño im Jahr 2026 nur begrenzte Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben wird.
Dennoch warnen sie, dass das Wetterphänomen länger als gewöhnlich andauern könnte.
Die Multisektorale Kommission der Nationalen Studie zum El-Niño-Phänomen (Enfen) hat kürzlich eine El-Niño-Warnung für die Küstenregion herausgegeben und darauf hingewiesen, dass das Phänomen bis Dezember andauern könnte. Obwohl seine Stärke derzeit als schwach eingestuft wird, schloss Enfen nicht aus, dass es im Herbst eine moderate Stärke erreichen könnte.
Nach Angaben der Zentralbank von Peru (BCRP) wird El Niño in diesem Jahr voraussichtlich zu einem Rückgang des BIP um 0,1 % führen, was deutlich weniger ist als der Rückgang von 1,1 %, der während des vorherigen, als stark eingestuften El Niño im Jahr 2023 verzeichnet wurde.
Dennoch warnte sie, dass der Agrarsektor mit einigen Folgen zu rechnen habe. So dürften die wärmeren Bedingungen die Erträge von Obstbäumen verringern, die in ihrer Blütephase eine bestimmte Anzahl an Kältestunden benötigen.
Der Präsident der BCRP, Julio Velarde, erklärte gegenüber Gestión: „El Niño wird die gesamte Küstenregion betreffen, insbesondere die Nordküste (Tumbes, Piura, Lambayeque und La Libertad). Die Prognose von Enfen würde eine leichte Veränderung sowohl der landwirtschaftlichen Tätigkeit (Volumen und Produktionskalender) als auch der Viehzucht (Leistung bei Geflügelfleisch und Eierproduktion) bedeuten“, sagte er.
Viele der großen Erzeuger des Landes haben aufgrund früherer Erfahrungen mit dem El Niño Costero Techniken entwickelt, um Klimarisiken zu mindern. Beim Anbau von Heidelbeeren beispielsweise hat sich ein deutlicher Trend hin zu neuen Sorten vollzogen, die besser an warme Bedingungen angepasst sind.
Das BCRP hob die Kulturen hervor, die wahrscheinlich am stärksten von El Niño betroffen sein werden, und erklärte, dass wärmere Bedingungen im August die Limettenproduktion in der zweiten Jahreshälfte beeinträchtigen könnten, wenn rund 40 % der Jahresernte geerntet werden. Ebenso könnte die Mango- und Traubenproduktion von den warmen Bedingungen zur Jahresmitte betroffen sein.
Das BCRP warnte zudem, dass andere Obstbäume wie Bio-Bananen von Überschwemmungen betroffen sein könnten. Blaubeeren würden im September und Oktober nicht unbedingt von einem schwachen El Niño betroffen sein, da dies vom Management ihres Baumschnitts abhänge.