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Obstbauern machen Druck: Politik zeigt Gesprächsbereitschaft

Fünf Obstkisten. Vier leer. Eine voll. Mit diesem Bild haben Deutschlands Obstbauern ein deutliches Zeichen gesetzt. An zehn Standorten bundesweit machten sie unter dem Motto „Ein Fünftel ist nicht genug“ auf die schwierige Lage ihrer Betriebe aufmerksam, so die Bundesfachgruppe Obstbau.

Apfel und Erdbeeren
© AdobeStock

Ihre Botschaft: So kann es nicht weitergehen. Heimisches Obst brauche faire Wettbewerbsbedingungen. Und die Politik muss dafür sorgen.

Die Aktion traf der Fachgruppe auf politische Resonanz. Bundes- und Landespolitiker suchten das Gespräch mit den Erzeugern. Sie informierten sich über steigende Kosten, ungleichen Wettbewerb und die wachsenden Schwierigkeiten, Saisonarbeitskräfte zu gewinnen und zu beschäftigen. Dabei ging es nicht nur um Verständnis, sondern auch um konkrete Lösungsansätze.

„Wir müssen endlich liefern.“ Mit diesen Worten brachte der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß nach den Gesprächen in Berlin den Handlungsbedarf auf den Punkt. Gemeinsam mit seiner Fraktionskollegin Anna Aeikens diskutierte er über Entlastungen bei den Lohnkosten, rechtssichere Saisonarbeit und Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Absicherung der Betriebe. Auch Sachsens Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch zeigte Interesse und regte Bundesratsinitiativen an.

Unter den Gesprächspartnern waren zudem führende Vertreter des Deutschen Bauernverbandes, der
landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände, des Zentralverbandes Gartenbau und der Bundesvereini-
gung der Erzeugerorganisationen. Sie ließen sich die Situation der Betriebe aus erster Hand schildern.

Rückenwind auch aus den Bundesländern

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte begrüßte die Aktion ausdrücklich und unterstützte die Forderung nach besseren Zukunftsperspektiven für die Betriebe. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen sicherte der Branche ihre Unterstützung zu. In Dresden kamen Vertreter der sächsischen Landespolitik mit Obstbauern ins Gespräch. Auch die Medien griffen die Aktion auf. Unter anderem waren MDR-Fernsehen und RTL West vor Ort. Zuspruch gab es ebenso von Verbrauchern. An den Aktionsständen und auf den Höfen zeigte sich, dass vielen Menschen die Zukunft des heimischen Obstbaus wichtig sei.

Der Hintergrund sei alarmierend. Nur rund ein Fünftel des in Deutschland verzehrten Obstes stamme aus heimischem Anbau. Zugleich geraten immer mehr Betriebe wirtschaftlich unter Druck. Hohe Lohnkosten, wachsende Auflagen und der Preiswettbewerb mit Importware zwingen Erzeuger, Flächen zu reduzieren oder Kulturen ganz aufzugeben. Investitionen werden verschoben. Die Hofnachfolge wird unsicher. Jedes Jahr verschwinden mehr als 150 Obstbaubetriebe. Die bundesweite Aktion habe gezeigt: Die Sorgen der Obstbauern werden gehört. Doch Gespräche allein reichen nicht. Jetzt brauche es politische Entscheidungen, die heimischen Betrieben wieder eine wirtschaftliche Perspektive eröffnen. Denn wer auch morgen noch Obst aus deutschem Anbau wolle, müsse heute für faire Bedingungen sorgen.