2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Nahostkrise: Krieg und Kerosinkosten lassen Luftfrachtpreise explodieren

Die internationalen Luftfrachtraten sind zwischen Februar und März um bis zu 95 % gestiegen. Grund dafür sind laut den Analysten von Drewry in London reduzierte Frachtkapazitäten sowie steigende Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs, wodurch die Preise wieder in Richtung der Rekordwerte aus der Covid-Zeit tendieren.

Boeing bei der Beladung
© boophuket/AdobeStock

Laut Drewry Airfreight Insight sind die Luftfrachtraten von Shanghai nach Dubai seit Beginn des Krieges um 95 % auf 8,60 US-Dollar gestiegen. Sollten die Treibstoffzuschläge weiter anziehen, könnten die Preise den Pandemie-Rekord von 9,40 US-Dollar aus dem Jahr 2020 übertreffen. Der Kostendruck wird zusätzlich durch starke Preissteigerungen bei einzelnen Komponenten auf bestimmten Routen verstärkt: So stiegen die Treibstoffzuschläge im März auf der Strecke von Singapur nach London um bis zu 290 % im Monatsvergleich, während Sicherheitszuschläge auf Sendungen von Dubai und Abu Dhabi nach Amsterdam um 44 % zunahmen. 

Ein ähnlicher, wenn auch moderaterer Trend zeigt sich auf den Routen von Mumbai und Delhi nach Madrid. Hier erhöhten sich die Gesamtpreise im März im Durchschnitt um 27 % gegenüber dem Vormonat, einschließlich eines Anstiegs der Treibstoffzuschläge um 21 %. „Der Luftfrachtmarkt wurde doppelt getroffen: durch eine Verringerung der effektiv verfügbaren Kapazitäten und durch gestiegene Treibstoffkosten“, erklärte Philip Damas, Head of Logistics Practice bei Drewry. 

Neben den steigenden Kosten sind auch drei der 20 größten Luftfrachtairlines weltweit – Qatar Airways, Emirates und Etihad – in ihrem Flugbetrieb aufgrund der Kampfhandlungen unterschiedlich stark eingeschränkt. „Etwa die Hälfte der von Drewry beobachteten internationalen Luftfrachtrouten verzeichnete im März 2026 einen monatlichen Preisanstieg von 20 % oder mehr“, ergänzte Damas.

Darüber hinaus haben auch Fluggesellschaften, die den Nahen Osten als Transitregion nutzen, ihre Operationen eingeschränkt. Insgesamt machen Luftfrachtrouten mit Bezug zum Nahen Osten 15,6 % des Verkehrs und 18,2 % der Kapazitäten aus. Der anhaltende Konflikt wirkt sich jedoch auch auf Handelsrouten aus, die nicht direkt aus der Region stammen.

  • Wirtschaft
  • Logistik