Vor allem der Preis für Kunstdünger ist eng an die Energiepreise gekoppelt, da seine Herstellung sehr energieintensiv ist. Gleichzeitig wächst das Risiko von Störungen in den Lieferketten: Zwischen 25 % und 35 % der weltweit gehandelten Rohstoffe stammen aus der Region. Besonders betroffen sind Ackerbau- und Milchviehbetriebe. Dort macht Dünger rund fünf Prozent der Produktionskosten aus. Im Gewächshaussektor liegen die Energiekosten zwischen 15 % und 25 % der Gesamtausgaben.
Viele Betriebe verfolgen eine professionelle Energiemanagement-Strategie mit verschiedenen Lieferverträgen. Dadurch schlagen Preissteigerungen meist nur schrittweise und verzögert auf die Betriebsergebnisse durch. Zudem hat die Branche in den vergangenen fünf Jahren massiv in CO₂-Technologien investiert, wodurch der Gasverbrauch um rund 20 % gesenkt werden konnte. Bereits während der Energiekrise im Jahr 2022 zeigte sich der Sektor widerstandsfähig, auch weil etwa die Hälfte der Betriebe zusätzliche Einnahmen aus eigener Energieproduktion erzielt. Insgesamt gelten die finanziellen Reserven und die Liquidität vieler Unternehmen als solide, fasst ABN AMRO zusammen.