„Nach den Feststellungen des Bundeskartellamts vereinen die vier großen Handelsketten schon heute mehr als 90 % der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel auf sich. Ein zentraler Bereich der Versorgung in Deutschland ist damit in den Händen von nur vier Unternehmen“, erklärte Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission.
Wie die Monopolkommission in ihrer Mitteilung erläutert, habe das Bundeskartellamt zudem festgestellt, dass der Markt sehr transparent sei und bei einem Teil des Sortiments die Preise weitgehend gleich seien. Solche Bedingungen erleichterten es den Unternehmen, sich aufeinander einzustellen. Mit neuen Markteintritten sei auch nicht zu rechnen. Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) und Aldi hätten ihre Machtposition kontinuierlich ausgebaut.
Die Monopolkommission verweist auf ihr Sondergutachten „Wettbewerb in der Lebensmittellieferkette“. Demnach sei die Konzentration in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich gestiegen, nicht zuletzt durch Zusammenschlüsse. Die Übernahme der tegut-Filialen durch Edeka setze diese Entwicklung fort.
Das Bundeskartellamt gehe außerdem davon aus, dass manche Lieferanten von den großen Handelsgruppen abhängig seien. Diese Hersteller könnten nicht ohne Weiteres zu anderen Abnehmern wechseln und seien damit den Bedingungen der Händler ausgeliefert. Hier könne es zu Missbräuchen von Nachfragemacht kommen. Die Analysen der Monopolkommission zeigten jedoch, dass Lieferanten den Konflikt mit ihren mächtigen Abnehmern scheuten. Das mache es für Behörden wie das Bundeskartellamt schwierig, solche Missbräuche abzustellen.
„Für den Wettbewerb ist es schmerzlich, dass ein weiterer Händler vom Markt verschwindet. Die Behörden werden jetzt noch intensiver darauf achten müssen, dass die großen Vier die Preise nicht hochtreiben oder Innovationen verhindern“, so Tomaso Duso.