von Michael Schotten 5 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Mini- und Snackgurken stehen verstärkt im Blickpunkt

Mit dem International Strawberry Congress (ISC) hatte Coöperatie Hoogstraten im Spätsommer vorigen Jahres erneut ein Highlight im Jahreskalender der internationalen Fruchtwelt präsentiert. Aber auch sonst zeigt sich das Traditionsunternehmen innovativ und zukunftsorientiert. 

Eine Hand hält eine Snackgurke, die noch nicht geerntet ist
Für Mini- und Snackgurken sieht das Unternehmen großes Potenzial für die Zukunft.
© Coöperatie Hoogstraten

Neben der Kernkompetenz Erdbeeren und den beiden Hauptprodukten im Gewächshausbereich – Tomaten und Paprika – will Coöperatie Hoogstraten zukünftig auch im Gurkenbereich noch mehr Fokus auf Snack- und Minigurken legen. Und dies alles im Rahmen einer Strategie, deren Grundgerüst nachhaltiges Wirtschaften ist. In Hoogstraten konnte ich darüber mit Direktor Hans Vanderhallen und Key Account Manager Geert Koyen sprechen.

Wie Hans Vanderhallen im Gespräch verriet, wird sich Coöperatie Hoogstraten dem internationalen Fachpublikum auf der FRUIT LOGISTICA in Berlin mit einem brandneuen Messestand vorstellen. „Wir haben einen Stand entwickelt, der unser Unternehmen und unsere Reputation auf ansprechende Weise repräsentieren wird. Ich bin überzeugt davon, dass sich die Messegäste in Berlin bei uns wohl fühlen werden“, sagte Hans Vanderhallen. Ein neuer Stand, aber auch eine neue Strategie? Das nicht gerade, denn mit der strategischen Neupositionierung sei man letzten Endes schon seit einigen Jahren beschäftigt. Gerade in der Corona-Zeit hatten viele Unternehmen im europäischen Obst- und Gemüsesektor ihre Strukturen, Prozesse und Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt. Und so war es auch in Hoogstraten. „Mit dem neuen Kurs sind wir schon seit einiger Zeit beschäftigt. Es ist bekannt, dass wir in den zurückliegenden Jahren auch schon mit anderen Organisationen gesprochen haben, um die Möglichkeiten eines Zusammenschlusses oder einer intensiveren Zusammenarbeit auf operativem Level auszuloten. Obwohl es interessante Ansätze gab, ist es letzten Endes nicht zu einer Fusion gekommen. Doch nutzlos war dies keineswegs, denn wir haben dadurch auch sehr viel über unsere eigene Organisation gelernt“, so Hans Vanderhallen. 

Auf dieser Grundlage habe man dann neue strategische Entscheidungen getroffen. „Spezialisierung ist hierbei das Schlüsselwort. Wir wollen nicht um des Wachstums willen wachsen, sondern haben beschlossen, uns noch mehr auf unsere Kernsegmente Erdbeeren, Tomaten und Paprika zu konzentrieren. Darin möchten wir eine exzellente Performance bieten und danach streben, hinsichtlich Kriterien wie Qualität, Geschmack, Frische, Preisgestaltung oder Serviceleistungen die Besten zu sein. Entscheidend ist, den Kunden nicht nur ein Produkt anzubieten, sondern auch die gesamte Expertise und den Service rund um das Produkt herum. Erst wenn das alles zusammenpasst, ist nachhaltiges und gesundes Wachstum möglich“, betonte Hans Vanderhallen.

Portraitfoto Hans Vanderhallen
Direktor Hans Vanderhallen
© Coöperatie Hoogstraten

Entwicklung der Produktsegmente

Portraitfoto Geert Koyen
Key Account Manager Geert Koyen_Coöperatie Hoogstraten
© Coöperatie Hoogstraten.jpg

Account Manager Geert Koyen gab bei meinem Besuch in Hoogstraten auch einen Überblick über die Entwicklung der verschiedenen Produktsegmente. Bei Erdbeeren sei man im Jahr 2025 von den Mengen her deutlich gewachsen, hinsichtlich des Umsatzes sei das Ergebnis ähnlich wie im Vorjahr ausgefallen. Ein Trend, der sich auch in Flandern im vergangenen Jahr verstärkt hat, ist die Umstellung auf remontierende oder durchtragende Erdbeersorten. Dadurch verlängert sich nicht nur die Saison, auch die Anfuhren erfolgen gleichmäßiger als früher, als es nur einen großen Erntehöhepunkt im Juni gab. „Vieles ist bei uns auch im Tomatenbereich in Bewegung, wo die Mengen vor allem bei den Specialty-Produkten weiter gestiegen sind. Von den rund 100 Mio kg Gesamtproduktion, die wir bei Tomaten haben, entfallen inzwischen 45 Mio kg auf diese besonderen Sorten. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs beim Volumen um 4 Mio kg und um rund 10 Mio Euro im Wert“, so Geert Koyen.  Das Jahr 2025 war bei unserem Gespräch zwar noch nicht ganz beendet, aber die Tendenz war Geert Koyen zufolge trotzdem eindeutig.  „Wir werden mit den Specialty- Tomaten wahrscheinlich bei einem Umsatz von rund 135 Mio Euro ausgekommen sein, die Standard- Tomaten lagen bei ca. 60 Mio. 

 Auch bei Paprika ist das Volumen im Jahr 2025 mit fast 26 Mio kg im Vergleich zu 23 Mio kg im Jahr zuvor gestiegen. „Im Paprika-Bereich sind wir schon seit einiger Zeit auf der Suche nach neuen Erzeugerbetrieben, die gut zu uns und unserer Arbeitsweise passen. Es scheint, als würden wir uns in erster Linie auf Belgien konzentrieren, aber das ist nicht der Fall. Wir wenden uns auch aktiv an Erzeuger in den Niederlanden.“ 

Mehrwertprodukte im Fokus 

Dynamisch entwickelt sich laut Geert Koyen auch das Gurkensegment, zumindest ein Teil davon. „Im Gurkenbereich konzentrieren wir uns weniger auf die klassischen Salatgurken, dieses Geschäft läuft hauptsächlich über andere Marktakteure. Wir arbeiten hier eng mit BelOrta zusammen. Bei uns stehen vor allem Mini- und Snackgurken im Mittelpunkt, für die die Nachfrage in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen ist“, so Geert Koyen.  Dies spiegeln auch die Marktdaten wider: Gerade in Deutschland gehören sie zu den wenigen Produkten im ansonsten schwierigen Gemüsebereich, die sowohl von den Mengen als auch von den Preisen her zuletzt noch Zuwächse verzeichnen konnten. Aber auch im Vereinigten Königreich, das je bekanntlich immer einer der Vorreiter im Convenience-Bereich war, besteht eine hohe Nachfrage nach dem Produkt.

„Bei den Mini-Gurken handelt es sich um einen niederländischen Erzeugerbetrieb mit einer Anbaufläche von 4 ha. Sowohl wir als auch der Erzeugerbetrieb sehen in diesem Marktsegment gute Wachstumschancen für die Zukunft. In der Kooperative haben wir zudem ein Gewächshaus mit Snackgurken. Der Betrieb liegt nur einen Steinwurf von Hoogstraten entfernt.“ Auch von den Verpackungsformaten her ist man bei Coöperatie Hoogstraten flexibel aufgestellt. „Besonders beliebt sind bei den Snack-Gurken Top Seal-Kunststoffverpackungen mit 200 g als Standardgröße. Doch wir bieten auch 400-g-Verpackungen mit Top Seal an, die z.B. bei Promotion- Aktionen zum Einsatz kommen.  Bei den Mini-Gurken dominieren größere Verpackungsformate, da der Großteil der Ware hier über den Großhandel läuft. Wer dazu weitere Informationen haben möchte, ist herzlich eingeladen, uns in Berlin auf unserem Messestand zu besuchen“, so Geert Koyen abschließend. 

Halle 27, Stand B-51 

Snackgurken in einer Plastikverpackung
Mini- und Snackgurken werden in diversen Verpackungsformaten angeboten.
© Coöperatie Hoogstraten
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