Marken und Mehrwert im Mittelpunkt
Auch in Roeselare hat sich die schwierige Situation im gesamten europäischen Gemüsesektor, die aufgrund großer Erntemengen ab der zweiten Hälfte des vorigen Jahres herrschte, ausgewirkt. Im Gespräch mit REO Account Manager Niek Finaut und REO Product Manager Jurgen De Braekeleer blicken wir aber nicht nur zurück, sondern auch voraus. Das Unternehmen mit Sitz in Westflandern hat sich im Rahmen seiner Geschäfts- und Markenstrategie neu im Markt positioniert, wobei auch Mehrwertdienstleistungen, z.B. im Verpackungsbereich, eine wichtige Rolle spielen.
Die Zukunft im Fokus
Doch nur zurückzuschauen hat bisher nur den wenigsten genutzt. Der Blick von REO ist daher auch konsequent nach vorne gerichtet. Das Unternehmen hatte schon vor einigen Jahren damit begonnen, sich neu im Markt zu positionieren – Anfang 2025 wurde es dann konkret. REO führte einen neuen Haus-Style mit einem moderneren Logo ein, bei dem das frühere Wort „Veiling“ bewusst weggefallen war, um Einkäufern die Orientierung zu erleichtern. Der Fokus liegt im Rahmen der neuen Strategie gezielt auf der Einbindung junger Produzenten. Mit verbesserter Produktkontrolle und Preisgestaltung will REO seine Produzenten weiter entlasten und das Kerngeschäft stärken. Neben dem klassischen Verkauf über die Uhr hat das Unternehmen im Zusammenhang damit auch seine kommerziellen Aktivitäten flexibler aufgestellt und die Markenarchitektur komplett überarbeitet. „Die Dachmarke REO umfasst nun die vier Untermarken REOSublime, REOTerra, REONova und REOVivo, die für klare Produktsegmente stehen. Alte Marken wie FineFleur oder Tomabel werden nun sukzessive durch die neuen ersetzt. Die heutigen Markennamen/Tomabel werden zwar noch eine Zeitlang auf den Verpackungen auftauchen, aber dann werden sie endgültig verschwinden“, betonte Niek Finaut. Wichtig ist ihm, dass der Anbau von Porree, aber auch von z.B. Rispentomaten, auch weiterhin strikt nach den Flandria-Richtlinien erfolgen wird. Außerdem soll in den kommenden Jahren in die bestehende Infrastruktur investiert werden. „Vor allem die Kühlräume werden wir renovieren und auf den neuesten Stand bringen. Sie sind inzwischen ein wenig in die Jahre gekommen.“
Mehrwert-Strategien
Aber was geschieht auf Produktebene? Im Bereich Beerenobst plant REO z.B. in den kommenden Saisons eine deutliche Ausweitung der Erdbeerproduktion. Derzeit vermarktet REO rund 10 Mio 500-Gramm-Schalen – das entspricht etwa 5 Mio Kilogramm. In den nächsten Jahren soll die Anbaufläche laut Jurgen De Braekeleer Schritt für Schritt weiter wachsen. Innerhalb der Genossenschaft besteht die Möglichkeit, die Produkte per Flowpack zu verpacken. Wie in anderen europäischen Ländern, so hat man auch in Belgien die Erdbeerproduktion stärker auf remontierende, also durchtragende Sorten umgestellt, wodurch die Saison zum einen länger und zum anderen mit gleichmäßigeren Erntespitzen verläuft. Auch beim Rosenkohl geht man in Roeselare neue Wege. Hier wird der Convenience-Faktor ebenso wie bei Radieschen in Zukunft eine viel größere Rolle spielen. „Wir bieten verschiedene Sortierungen von küchenfertigem Rosenkohl an. Die Bestellungen basieren auf Wochenpreisen, sodass wir jederzeit eng an den aktuellen Auktionserlösen bleiben können. Küchenfertiger Rosenkohl wird besonders sorgfältig geputzt – dabei wird etwas mehr vom Produkt entfernt, um ein optimales Endergebnis zu gewährleisten. Die Rosenkohlknollen sind dadurch sofort einsatzbereit und müssen nicht weiter nachgereinigt werden“, so Niek Finaut. Die Rosenkohlsaison dauert bei REO ungefähr von Kalenderwoche 39 bis Kalenderwoche 10.
Der Service rund um das Produkt bietet sowohl für REO als auch für die Kunden im Groß- und Einzelhandel einen echten Mehrwert. „Wir bieten vielfältige Verpackungsmöglichkeiten an, um optimal auf die Wünsche unserer Kundschaft eingehen zu können. Unsere Rosenkohlprodukte – ob ungeputzt, von Hand geputzt oder küchenfertig – können lose geliefert werden. Auf Wunsch wird diese lose Ware zusätzlich in perforierte Chicorée-Beutel verpackt, was die Haltbarkeit des Rosenkohls deutlich verlängert. Die Lieferung erfolgt dabei wahlweise in einer Kiste oder einem Karton“, so Niek Finaut. Darüber hinaus stehen Flowpack-Verpackungen in verschiedenen Gewichten zur Verfügung: 120 g, 250 g, 500 g, 750 g und 1 kg. „Jede Packung ist mit einem ansprechenden Etikett samt Produktinformationen versehen, sodass der Rosenkohl ordentlich und verkaufsfertig präsentiert wird. Als weitere Option bieten wir Cellulose- Beutel in den Größen 250 g, 500 g, 750 g und 1 kg an. Diese werden sorgfältig mit einem Metallclip verschlossen und ebenfalls mit einem Etikett ausgestattet – eine nachhaltige und hochwertige Präsentation des Produkts“, erläuterte Niek Finaut weiter. Insgesamt vermarktet REO rund 1.250.000 kg Rosenkohl pro Jahr.
Kopfsalat im Beutel
Bewegung gibt es bei REO auch im Salatbereich. Das ganze Jahr über kann das Unternehmen Multicolor- Salate, Kopfsalat sowie verschiedene alternative Salatsorten anbieten. Zu den Alternativen zählen grüner Eichblattsalat, roter Eichblattsalat und Lollo Bionda. Lollo Rossa ist ausschließlich in der Sommerzeit erhältlich. „Kopfsalat und die alternativen Sorten sind wahlweise mit oder ohne Wurzelballen verfügbar und können auf Wunsch in einem offenen Beutel verpackt werden. Multicolor- Salate werden ausschließlich mit Wurzelballen angeboten, während Lollo Rossa grundsätzlich ohne Ballen geliefert wird“, fasste Jurgen De Braekeleer die Optionen im Salatbereich zusammen. Neben transparenten Beuteln stehen auch Verpackungen mit Produktkennzeichnung zur Verfügung, die für eine klare und attraktive Präsentation sorgen. Insgesamt werden über REO rund 22 Mio Stück Kopfsalat vermarktet. „Im Jahr 2026 können wir zwischen Kalenderwoche 18 und 38 auch REO Sublime-Zucchini anbieten. Diese stammen durchgehend aus dem Anbau in Glashäusern und sind dadurch vollständig vor Windschäden geschützt. Während der Sommermonate kommen diese Zucchini aus dem Freilandanbau. Insgesamt vermarkten wir über die REO rund 32 Mio Stück Zucchini.“
Halle 27, Stand A-50