von Michael Schotten 4 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Logistik-Flotte wird modernisiert

Das belgische Familienunternehmen GEMEX ist seit über 30 Jahren im internationalen Obst- und Gemüsehandel aktiv und besonders auf Deutschland spezialisiert. Die vergangenen Jahre wurden genutzt, um die Infrastruktur auszubauen und zu modernisieren. 

Gruppenfoto: Mario und Sven Jordens, Lieve Stevens und Tom Jordens_
(v.l.): Mario Jordens, Sven Jordens, Lieve Stevens und Tom Jordens
© GEMEX

So wurde am Firmensitz in Genk das bestehende Logistikzentrum verdoppelt, sodass nun insgesamt 16 Verladerampen zur Verfügung stehen. Die Erweiterung ermöglicht noch effizientere Arbeitsabläufe und mehr Flexibilität bei der tagesfrischen Beschaffung und Auslieferung. In Genk sprach ich mit den beiden Geschäftsführern, Mario und Sven Jordens, sowie mit Verkaufsmanagerin Lieve Stevens. 

Im hart umkämpften und besonders serviceorientierten Frischegeschäft kommt es vor allem auf einen reibungslosen Warenfluss an. Unterbrechungen und Zeitverluste müssen unbedingt vermieden werden, weshalb eine intakte logistische Infrastruktur für ein Unternehmen auch so wichtig ist. Wie Mario und Sven Jordens, die beiden GEMEX-Geschäftsführer bei meinem Besuch in Genk mitteilten, hat man nochmals in den Fuhrpark investiert. Alte und in die Jahre gekommene Fahrzeuge wurden ausgemustert und durch insgesamt sieben neue ersetzt. „Im vergangenen Jahr sind schon drei hochmoderne Trucks dazugekommen. Anfang 2026 haben wir der Flotte als Ersatz für die alten Trucks noch einmal vier neue Fahrzeuge hinzugefügt“, sagte Mario Jordens. Es sind Dieselfahrzeuge der höchsten EU-Abgasnormen- und Energieeffizienzklasse, die zudem auch noch besonders aerodynamisch gebaut sind. „Die neuen dieselbetriebenen Fahrzeuge sind sehr nachhaltig. Mit Batterien betriebene Lkw könnten die Distanzen, die wir mit unseren Frischeprodukten ohne größere Unterbrechung zurücklegen müssen, gar nicht in den vorgegebenen Zeiträumen schaffen. Bis München benötigen unsere Fahrer, wenn es gut läuft, neun Stunden. Wenn man zwischendurch noch eine große Lkw-Batterie aufladen müsste, würde das von den erlaubten Lenkzeiten her nicht mehr passen.“ Der Export nach Deutschland, ein Markt, der in den vergangenen Jahren sicherlich nicht einfacher geworden ist, bleibt der zentrale Pfeiler des Unternehmens: Rund 95 % der Ausfuhren gehen allein dorthin, überwiegend an deutsche Großmärkte. Diese bekommen bekanntlich die Konkurrenz des deutschen LEH immer stärker zu spüren, auch die politischen Rahmenbedingungen in den Städten fallen häufig nicht zum Vorteil der Großmärkte und Frischezentren aus. Einige mussten schon schließen wie Düsseldorf und Köln, in anderen Städten ist die Standortsicherheit fraglich. „Dennoch bleiben die Großmärkte unsere Hauptabnehmer“, so Mario Jordens.

große Lagerhalle mit einem beladenen Hubwagen im Vordergrund
In der Frischwarenlogistik kommt es neben Qualität vor allem auf Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität an.
© GEMEX

Spezialisierung 

Verkaufsmanagerin Lieve Stevens hob bei unserem Gespräch hervor, dass der anspruchsvolle deutsche Markt aus den genannten Gründen höchste Produktqualität, Verlässlichkeit und ein besonders hohes Serviceniveau verlangt – Kriterien, auf die GEMEX schon immer konsequent gesetzt hat. „Das vorige Jahr ist insgesamt doch recht gut verlaufen“, fasste Lieve Stevens zusammen. „Was wir im vergangenen Jahr ganz klar feststellen konnten, ist, dass die Nachfrage nach Bio-Produkten bei unseren deutschen Kunden gewachsen ist. Dies haben wir vor allem bei Äpfeln und Birnen spüren können, beim Gemüse ist dies jedoch nicht in dem gleichen Maße der Fall gewesen.“ Die gestiegene Nachfrage nach biologisch erzeugten Äpfeln und Birnen hat aus Sicht von Sven Jordens auch etwas mit den Schulobstprogrammen zu tun. „Die Schulen wollen neben den konventionellen Produkten auch mehr Bio-Obst haben, teilweise ist das in den Verträgen auch so festgelegt. Aber auch die Nachfrage in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist nochmals gestiegen“, fügte Sven Jordens hinzu. Ein kontinuierliches Wachstum sei in den vergangenen Jahren auch bei Erdbeeren zu verzeichnen gewesen. „Von Jahr zu Jahr haben wir eigentlich mehr Erdbeeren gemacht. Vor den Festtagen kann man sehr gut spüren, dass mehr Ware auf den Weihnachtsmärkten für schokolierte Früchte, Fruchtspieße oder für andere Produkte benötigt wird“, so Mario Jordens. Vor dem Jahreswechsel war der europäische Gemüsemarkt allerdings durch ein starkes Überangebot geprägt, was sich auch ungünstig auf die Preise ausgewirkt hat. Vor allem bei Porree und Möhren, die hinter Tomaten die wichtigsten Gemüseerzeugnisse für GEMEX sind, ist dies der Fall gewesen. 

Das gesamte Team von GEMEX steht draußen vor einer Reihe LKWs
Das gesamte Team von GEMEX
© GEMEX

Herausforderungen

Nicht nur im Hauptabsatzmarkt Deutschland hat – wie eben beschrieben – eine Konsolidierung stattgefunden. Auch in Belgien hat sich die Konzentration in Produktion und Handel in den letzten Jahren kontinuierlich fortgesetzt. Es gibt nur noch wenige unabhängige Exporteure, die Zahl der Veilingen ist zurückgegangen, große Erzeugerbetriebe haben sich zusammengeschlossen und kooperieren verstärkt miteinander oder sind übernommen worden. „Der Markt hat sich in der Tat in den vergangenen Jahren sehr stark verändert. Aber wir arbeiten mit allen Parteien im Markt sehr gut zusammen und werden uns auch weiterhin auf Deutschland als Absatzmarkt konzentrieren“, so Sven Jordens abschließend. 

Halle 27, Stand A-51 

Ein LKW von GEMEX
Das Unternehmen hat sieben hochmoderne neue Fahrzeuge als Ersatz für alte angeschafft.
© GEMEX
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