„Unsere hessischen Erdbeeren sind echte Frühlingsboten und stehen für die hohe Qualität unserer regional erzeugten Produkte. Wer hessische Erdbeeren kauft, stärkt bewusst die heimischen Betriebe vor Ort und entscheidet sich gleichzeitig für Frische und besten Geschmack aus der Heimat“, erklärte dazu der hessische Landwirtschaftsminister. In Hessen erkenne man die regionale Herkunft u.a. am Zeichen „Geprüfte Qualität Hessen“, das für Sicherheit, Qualität und eine transparente regionale Herkunft stehe, betonen die Verbände.
Zusätzliche Arbeit und bewusste Konsumentscheidung
In einer Gesprächsrunde am Ende der Veranstaltung ordneten Vertreter der Branche den Start der Erdbeersaison ein. „Der kalte Winter hat den Erdbeerpflanzen die nötige Ruhe gegeben. Als es Anfang März wärmer wurde, sind sie schnell gewachsen. Wegen der auftretenden Fröste mussten wir die Felder nachts mit Vlies schützen und tagsüber wieder lüften – das war viel zusätzliche Arbeit“, kommentierte Andreas Klein vom Hessischen Landesverband für Erwerbsobstbau die Startbedingungen für hessische Erdbeeren. Reiner Paul, der bei der Saisoneröffnung für den Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer und für die Vereinigung der Hessischen Direktvermarkter e.V. das Wort ergriff, betonte: „In jeder hessischen Erdbeere steckt mehr als nur Geschmack. Da steckt auch sehr viel Arbeit drin. Es freut uns, wenn die Menschen das sehen – und sich bewusst für unsere Erdbeeren entscheiden.“
Geschützter Anbau liefert höhere Erntemengen
Im Jahr 2025 bauten 143 Betriebe in Hessen auf insgesamt 960 ha Erdbeeren an. Knapp 20 % der Fläche entfielen auf den geschützten Tunnelanbau (187 ha), der nicht nur vor Frost und Hagel, sondern auch vor Pilzkrankheiten schützt, da die Pflanzen trockener bleiben. Auch Nützlinge lassen sich in den Tunneln gezielter einsetzen, etwa Hummeln zur Bestäubung oder Insekten für den biologischen Pflanzenschutz. Pro Hektar liege die Erntemenge deutlich höher, berichtet der Verband, was sich auch in den Zahlen des Vorjahres widerspiegelt: Von den insgesamt knapp 7.700 t geernteten Erdbeeren stammten 4.686 t aus dem Freilandanbau, 3.082 t aus dem geschützten Anbau – trotz der insgesamt geringeren Fläche.
Offiziell repräsentiert werden die hessischen Erdbeeren in dieser Saison von der frisch gekrönten Erdbeerkönigin Marleen I. Die 21-jährige Studentin Marleen Leonhardt kommt aus Kriftel und kennt den Erdbeeranbau aus ihrer Familie: Ihr Großvater gründete einen Obstbaubetrieb, den heute ihre Onkel weiterführen.