Handel im Wandel
Nicht nur im Anbau von Obst und Gemüse und bei den genossenschaftlichen Versteigerungen hat sich der flämische Markt in den zurückliegenden Jahren immer stärker konsolidiert. Auch die klassischen belgischen Exportunternehmen haben einen Konzentrationsprozess durchlaufen und müssen sich im hart umkämpften Markt neu positionieren. Über die sich hieraus ergebenden Herausforderungen und Chancen sprach ich mit FMB-Vertriebsleiter Jonathan Vandesande und Account Manager Mario Vercammen von Gebrüder Michiels.
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A propos Beschaffung – Wie organisieren Unternehmen wie Frans Michiels Belgium und Gebrüder Michiels eigentlich ihren Wareneinkauf? Der Anbau von Obst und Gemüse und die Vermarktung der Erzeugnisse durchlaufen in Flandern schon seit Jahren einen kontinuierlichen Wandel. Es ist nicht nur in der Produktion zu Zusammenschlüssen und Kooperationen gekommen, z.B. im Segment Kernobst. Auch das genossenschaftliche Versteigerungswesen hat eine deutliche Konzentration erfahren, es sind derzeit nur noch drei große Akteure in Belgien am Markt vertreten. Zwischen diesen hat es in den vergangenen Jahren viele Gespräche gegeben über die Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit untereinander. Und tatsächlich kooperieren sie dort, wo es sinnvoll ist, heute auch wesentlich enger miteinander als früher. Zum Beispiel im Bereich der Logistik und des Vertriebs. Solchen Marktveränderungen folgend, sind auch die belgischen Exportunternehmen zusehends bestrebt, einen direkteren Zugriff auf wichtige Anbausortimente zu bekommen. „Dies ist auch der Grund, warum die Calsa-Gruppe das Anbau- und Vermarktungsunternehmen Cuvelier Fruit übernimmt. Damit stärken wir unsere Kompetenzen auch im Bereich Kern- und Weichobst. Unser Standort liegt in einem der Zentren des flämischen Unterglasanbaus, in der Region Sint-Katelijne-Waver mit Schwerpunkt auf Tomaten, Paprika und Gurken. Durch die Übernahme sind wir als Calsa-Gruppe zukünftig viel diversifizierter aufgestellt und können der Kundschaft zusätzlich auch Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren sowie Kernobst anbieten“, so Jonathan Vandesande.
Gute Zusammenarbeit
Laut Jonathan Vandesande und Mario Vercammen hat sich die Zusammenarbeit zwischen FMB und Gebrüder Michiels sehr gut entwickelt. „Wir gehören zur selben Gruppe und können damit auch von Synergieeffekten innerhalb derselben profitieren. Unterschiede gibt es vor allem noch im Vertrieb, aber den Transport machen wir komplett gemeinsam“, führte Mario Vercammen aus. „Wir setzen uns regelmäßig zusammen und planen, wie wir die Kunden am besten beliefern und gleichzeitig eine möglichst komplette Auslastung der Lkw erreichen können. Das Kundenspektrum ist dabei unterschiedlich. Bei FMB haben wir mehr kleinere Marktkunden, die ein breites Sortiment Obst- und Gemüsesortiment haben wollen, sowie mehr Einzelhandel. Bei Gebrüder Michiels liegt der Fokus stärker auf den großen Importeuren, z.B. im süddeutschen Raum.“
Welche Herausforderungen gibt es noch, wenn sich die Obst- und Gemüselandschaft derart schnell und grundlegend verändert? Auch diesbezüglich sind sich Jonathan Vandesande und Mario Vercammen einig. „Die Großkunden wollen einfach keine Preissprünge mehr haben, sondern einen festen Wochenpreis. Unsere Aufgabe als Handelsfirmen ist es, die Preisschwankungen auszugleichen“, ist Jonathan Vandesande überzeugt.
Halle 27, Stand A-40