Hafenperspektive 2050 in Rotterdam offiziell gestartet
Am Nachmittag des 26. Januar wurde die Rotterdamer Hafenperspektive 2050 offiziell gestartet und den zahlreichen Anwesenden im Port Pavilion vorgestellt, berichtet der Rotterdamer Hafen.
Der scheidende Wirtschaftsminister Vincent Karremans sagte: „Wenn die Niederlande und Europa auch in Zukunft wirtschaftlich stark und widerstandsfähig bleiben wollen, müssen wir jetzt Entscheidungen für den Rotterdamer Hafen treffen. Stillstand ist keine Option. Nur mit einer ambitionierten Vision, in der Wachstum und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen, können wir unsere Industrie und Wirtschaft zukunftssicher machen.“
Im Mittelpunkt der Hafenperspektive stehe das Ziel, Rotterdam bis 2050 zum wettbewerbsfähigsten, nachhaltigsten und widerstandsfähigsten Hafen Europas zu entwickeln. Ein sicherer und innovativer Hafen, von unschätzbarem Wert für unsere Wirtschaft und strategische Autonomie, integriere in eine gesunde Lebensumgebung. Um diese Zukunftsvision zu verwirklichen, seien in den kommenden Jahren eine intensive öffentlich-private Zusammenarbeit und ein attraktives Investitionsklima von entscheidender Bedeutung.
Die Stadtverwaltung Rotterdam und die Port of Rotterdam Authority haben die Hafenperspektive 2050 initiiert und in Zusammenarbeit mit der Provinz Südholland, der niederländischen Regierung und Deltalinqs ausgearbeitet. Darüber hinaus leisteten mehr als 100 Unternehmen, Behörden, Wissensinstitutionen und Interessenverbände wertvolle Beiträge. Außerdem äußerten sich Anwohner und Jugendliche aus der Region dazu, was ihnen für die Zukunft des Hafens wichtig ist.
Boudewijn Siemons betonte in seiner Präsentation, dass die Hafenperspektive kein „Neuanfang“ sei. „Die Unternehmen im und um den Rotterdamer Hafen zeichnen sich seit jeher durch ihren Fokus auf Innovation und Fortschritt aus, um einen nachhaltigen und zukunftssicheren Hafen zu schaffen. Aus der Hafenperspektive geht jedoch hervor, dass wir darüber hinaus gemeinsam neue Prioritäten setzen, um das Investitionsklima und die strategische Autonomie zu verbessern und eine Lösung für den drohenden Platzmangel zu finden, beispielsweise durch eine mögliche Erweiterung des Hafens in Richtung Meer.“
In seiner neuen Strategie strebe der Rotterdamer Hafen an, bis 2050 klimaneutral zu werden und einen großen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu leisten. Aufgrund der starken Unternehmenscluster und (Hinterland-)Verbindungen spiele der Hafen auch weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Wahrung der Liefer- und Energiesicherheit für zahlreiche Produkte, die täglich benötigt werden. Durch neue Verkehrskonzepte, den besseren Einsatz von Künstlicher Intelligenz und u.a. die Kreislaufwirtschaft bieten sich gerade für den Rotterdamer Hafen einzigartige Chancen, wettbewerbsfähiger und sauberer zu werden.
Aufgrund geopolitischer Entwicklungen und Bedrohungen sei „Flexibilität und Widerstandsfähigkeit“ ein relativ neues, aber wichtiges Thema in der neuen Hafenperspektive. Die Streuung der Importe aus verschiedenen Ländern und eine starke kreislauforientierte Industrie verringern die Abhängigkeit von bestimmten Ländern. Der Import erneuerbarer Energien und eine verstärkte Erzeugung bspw. durch Offshore-Windenergie tragen zur Energiesicherheit bei. Digitale Systeme müssen optimal vor böswilligen Angriffen geschützt werden. Flexibles Wechseln zwischen verschiedenen Modalitäten begrenzt die Auswirkungen von Unterbrechungen in der Lieferkette.
Neben „Flexibilität und Widerstandsfähigkeit“ sind dies die weiteren vier Themen der Hafenperspektive 2050:
- Intelligente und saubere Logistik.
- Industrie: wettbewerbsfähig, klimaneutral und kreislauforientiert.
- Lebensqualität, Natur und Umwelt: Im Vergleich zu 2025 werden erhebliche Fortschritte erzielt.
- Zukunftssicherer Arbeitsmarkt.