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Global Coalition of Fresh Produce hebt anhaltende Kostenprobleme hervor

Die Global Coalition of Fresh Produce hat die endgültigen Ergebnisse ihrer dritten Umfrage zu Kosten und Erlösen in der globalen Obst- und Gemüsebranche veröffentlicht, die im Frühjahr und Sommer 2026 durchgeführt wurde.

Symbolbilder von Schiff, Lkw und Flugzeug
© AdobeStock

„Wir haben diese Umfrage als Folge der von der Koalition in den Jahren 2023 und 2024 durchgeführten Erhebungen gemacht, als Erzeuger und Händler weltweit mit beispiellosen Kostensteigerungen konfrontiert waren“, sagt Greg Palmer, Vorsitzender der Koalition und Vizepräsident für Handel und Marktentwicklung bei der Canadian Produce Marketing Association. „Ziel dieser neuen Umfrage war es, den aktuellen Kostendruck in der Frischobst- und -gemüsebranche zu bewerten, insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges im Nahen Osten.“

Die Ergebnisse der Umfrage, an der Erzeuger, Verpacker, Spediteure und Exporteure, Importeure, Großhändler sowie Einzelhändler aus aller Welt teilnahmen, zeigen Folgendes:

Kostenanstiege in gesamter O+G-Branche zu spüren

Die Branche hat weiterhin mit weitreichenden Kostensteigerungen zu kämpfen. Insgesamt erweisen sich Kraftstoff und Gas, Transportkosten, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Verpackungen als die fünf größten Kostenfaktoren. 85 % der Befragten berichten von steigenden Kosten in jeder dieser Kategorien. Auch Kostensteigerungen bei Strom, Arbeitskräften und Maschinen seien weit verbreitet: Drei Viertel der Befragten sehen einen Anstieg dieser Kosten.

Beträchtliche Kostensteigerungen

Was das Ausmaß der Kostensteigerungen angehe, stechen erneut Kraftstoff und Gas hervor: Hier gibt die höchste Anzahl der Befragten (jeder Fünfte) Kostensteigerungen von über 50 % an. Zwei Drittel der Befragten geben an, dass die Kosten für Kraftstoff und Gas um mindestens 10 % gestiegen sind. Im Bereich Transport verzeichne man die höchste Anzahl an Befragten (drei Viertel), die von Steigerungen von mindestens 10 % berichten, wobei jeder sechste Befragte von Steigerungen von mehr als 50 % berichtet. An zweiter Stelle stehen Düngemittel, bei denen 70 % der Befragten Kostensteigerungen von 10 % oder mehr verzeichnen. Insgesamt verzeichneten fast zwei Drittel der Befragten allgemeine Kostensteigerungen von mindestens 10 %, während jeder siebte Befragte Kostensteigerungen von über 50 % angibt. Dies deute darauf hin, dass der finanzielle Druck sich nicht auf kleine Preisanpassungen beschränke, sondern für viele Unternehmen einen erheblichen Anstieg der Betriebskosten bedeute.

Mehrheit der Verkäufer kann Kostensteigerungen nicht an Abnehmer weitergeben

Fast die Hälfte aller Befragten gibt an, dass sie ihre Verkaufspreise nicht ausreichend erhöhen können, um die steigenden Kosten auszugleichen; etwa ein Viertel ist sich unsicher, und nur ein Viertel ist sich sicher, dass dies möglich ist. Dieses Ergebnis deute auf einen Druck auf die Gewinnmargen in der gesamten Branche hin. Verkäufer seien vor allem aufgrund ihrer begrenzten Verhandlungsmacht nicht in der Lage, steigende Kosten an die Käufer weiterzugeben. Viele Erzeuger bezeichnen sich selbst als Preisnehmer, wobei die Preise von den Abnehmern oder den vorherrschenden Marktbedingungen bestimmt werden. Weitere häufig genannte Gründe sind der starke Wettbewerb auf dem Markt, der es schwierig mache, Preise anzuheben, ohne Kunden an Wettbewerber zu verlieren, sowie der Widerstand der Abnehmer gegen Preiserhöhungen, insbesondere wenn die Verbraucher bereits mit einer weit verbreiteten Inflation und einer gesunkenen Kaufkraft konfrontiert seien.

Kostendruck allgemein als anhaltend eingeschätzt

Die Umfrage zeige, dass fast alle Unternehmen in der Frischobst- und -gemüsebranche davon ausgehen, dass der Kostendruck anhalten wird. Fast 90 % der Befragten rechnen mit einem Anstieg ihrer Gesamtkosten, wobei Verpackungen, Arbeitskräfte, Pflanzenschutzmittel, Transportkosten und Düngemittel zu den Kategorien gehören, bei denen am häufigsten mit Preissteigerungen gerechnet wird. Weit über 80 % der Befragten rechnen damit, dass diese Kostenkategorien teurer werden, was darauf hindeute, dass die Unternehmen einen anhaltenden Druck auf ihre Betriebskosten erwarten. Was das Ausmaß der erwarteten Kostensteigerungen angehe, sticht der Kraftstoff als kritischster Kostenfaktor hervor: Fast ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass die Kraftstoffkosten innerhalb der nächsten zwölf Monate um 50 % oder mehr steigen werden. Auch bei Düngemitteln, Transportkosten und Strom werden erhebliche Kostensteigerungen erwartet.

Krieg im Nahen Osten schafft zusätzliche Unsicherheit

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass der Krieg im Nahen Osten zwei wesentliche Folgen für die Frischwarenbranche hat: höhere Betriebskosten und Störungen der internationalen Handelswege. Kraftstoff und Gas werden mit Abstand am häufigsten als Problem genannt. Über 90 % der Befragten rechnen mit höheren Kraftstoff- und Gaskosten, was sich möglicherweise auf die landwirtschaftliche Produktion, die Kühlung, den Transport und den Vertrieb auswirken könnte. 80 % der Befragten nennen höhere Versandkosten als Folge des Krieges, 74 % höhere Düngemittelkosten. Zahlreiche Befragte berichten von Störungen etablierter Transportrouten, mit Änderungen bei den Zielhäfen und Schwierigkeiten bei der Planung von Transporten. Einige Befragte passen bereits ihre Beschaffungsstrategien und Exportziele an, während andere hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Situation noch unsicher sind. Die Transportzeiten sollen um bis zu 300 % gestiegen sein, was zu einer Verschlechterung der Produktqualität bei der Ankunft und zu vermehrten Kundenreklamationen führe.

Investitionen stehen unter Druck

Die Umfrage zeige, dass steigende Betriebskosten die Fähigkeit der Unternehmen beeinträchtigen, in zukünftiges Wachstum, technologische Innovation und Nachhaltigkeit zu investieren. Am stärksten betroffen sei der Bereich der Expansion: 80 % der Befragten geben an, dass steigende Kosten Investitionen in zusätzliche landwirtschaftliche Flächen, Gewächshäuser, Lagerhäuser, Maschinen oder andere produktive Infrastruktur negativ beeinflussen. Ein weiterer besonders betroffener Investitionsbereich sei die Nachhaltigkeit: 70 % der Befragten geben an, dass ihre Investitionen in Energieeffizienz, Abfallreduzierung und Klimaresilienz beeinträchtigt seien. 63 % der Befragten berichten, dass steigende Kosten ihre Investitionen in Innovationen einschränken, darunter Investitionen in neue Technologien, verbesserte Produktionsprozesse und neue Sorten. Eine wichtige Erkenntnis sei, dass sich der Kostendruck gleichzeitig auf mehrere Investitionsbereiche auswirke. Mehr als zwei Drittel der Befragten berichten von negativen Auswirkungen auf mindestens zwei der drei Hauptinvestitionsbereiche, während fast 45 % alle drei nennen. Dies deute darauf hin, dass der Kostendruck nicht nur die aktuelle Rentabilität schmälere, sondern auch die längerfristige Wettbewerbsfähigkeit der Branche untergraben könnte.

Weitverbreitete Sorge um mittelfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Unternehmen 

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass fast zwei Drittel der Befragten ihre mittelfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit als gefährdet ansehen. Weitere 21 % seien sich noch unsicher, was bedeute, dass nur etwa jedes siebte Unternehmen zuversichtlich sei, dass seine wirtschaftliche Nachhaltigkeit nicht bedroht sei. Steigende Input- und Transportkosten werden als die am häufigsten genannten Bedrohungen genannt, die von 95 % bzw. 92 % der Befragten genannt wurden. Unzureichende Gewinne für Investitionen stellen ein weiteres großes Problem dar, von dem 70 % der Befragten betroffen seien, gefolgt von steigenden Arbeitskosten (69 %) und Kosten für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften (59 %). Die Ergebnisse seien besonders bedeutsam, da sie darauf hindeuten, dass Kostensteigerungen nicht mehr als kurzfristiges betriebliches Problem angesehen werden. Für viele Unternehmen stellen sie eine potenzielle Bedrohung für ihre finanzielle Tragfähigkeit in den nächsten zwei bis drei Jahren dar.