von Inga Detleffsen 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Frankreich erhöht Druck auf öffentliche Verpflegung – neue Potenziale für O+G?

Frankreich will die Umsetzung der sogenannten EGalim-Vorgaben in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung beschleunigen. Die Regelung, die seit 2018 gilt, verpflichtet öffentliche Küchen dazu, mindestens 50 % nachhaltige und qualitativ hochwertige Produkte, darunter 20 % aus ökologischem Anbau, einzusetzen.

Tablett mit Essen in einer Kantine
Weniger Hindernisse, mehr Wege: Konkrete Maßnahmen sollen Bio & Nachhaltigkeit in Kantinen fördern.
© Masson - AdobeStock

Wie das französische Landwirtschaftsministerium mitteilt, verfehlen staatliche Einrichtungen diese Ziele bislang deutlich: Der Anteil liege derzeit bei 30 %, der Bio-Anteil bei 12 %. Landwirtschaftsministerin Annie Genevard und Haushaltsminister David Amiel hätten deshalb die Generalsekretäre aller Ministerien aufgefordert, die bestehenden Defizite rasch zu beheben.

Für die Erhebung des Status Quo sei die Datenerhebung ein zentraler Hebel. Öffentliche Einrichtungen sind daher verpflichtet, ihre Einkäufe über die digitale Plattform „ma cantine“ zu melden, über die die Regierung die Entwicklung der Beschaffung in der Gemeinschaftsverpflegung verfolgt und steuert. Die seit Januar 2026 laufende Meldekampagne wurde laut Ministerium bis zum 15. April verlängert, um eine vollständigere Datengrundlage zu schaffen – nur so würden konkrete Planungen möglich, mit denen die EGalim-Ziele erreicht werden können.

Fokus auf EU-Landwirtschaft

Bis Ende des ersten Halbjahres sollen die Ministerien Maßnahmen vorlegen, die Hindernisse bei der Umsetzung der EGalim-Ziele identifizieren und Wege aufzeigen, um den Anteil nachhaltiger Erzeugnisse, auch im Bereich Obst und Gemüse, schnellstmöglich zu erhöhen. Dabei soll insbesondere auch der Einkauf von Produkten europäischer Herkunft sowie aus der französischen Landwirtschaft gestärkt werden. Höhere Quoten für nachhaltige oder biologische Produkte könnten die Nachfrage nach entsprechend zertifizierter Ware beeinflussen.

Mehr Schulungen und Prüfungen

Zudem werde die staatliche Einkaufsbehörde künftig neue Ausschreibungen im Lebensmittelbereich systematisch prüfen, um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sicherzustellen. Ergänzend seien Schulungen für öffentliche Einkäufer sowie praktische Leitfäden für die Gestaltung von Ausschreibungen vorgesehen.

Die Regierung betont die strategische Bedeutung der Gemeinschaftsverpflegung als Instrument zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft und zur Stärkung der Ernährungssouveränität.

Weitere Details zu Entwicklungen und Herausforderungen der französischen Bio-Branche finden sich in Ausgabe 10 des Fruchthandel Magazins.

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