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Flandern: Inagro testet biologisch abbaubare Mulchfolien

Das Forschungszentrum Inagro beteiligt sich in den kommenden vier Jahren am europäischen Projekt CELLAGRI, das vollständig biologisch abbaubare Mulchfolien auf Basis von Cellulose entwickelt. Darüber berichtete kürzlich der Online-Agrarnachrichtendienst vilt.be. 

Folien auf dem Feld
© Inagro

Sollte sich diese Folie durchsetzen, wäre das ein bedeutender Schritt im Kampf gegen die übermäßige Verwendung von Kunststoffen. Herkömmliche Mulchfolien aus Kunststoff würden häufig Spuren von Mikroplastik im Boden hinterlassen, so das Institut. Zwar gebe es bereits abbaubare Alternativen, doch diese seien oft zu teuer oder nicht ausreichend stabil. Die neue Cellulosefolie soll hingegen Mikroplastik im Gemüsebau reduzieren, ohne Ertrag oder Praxistauglichkeit zu beeinträchtigen. Das westflämische Forschungszentrum wird die Folien unter realistischen Anbaubedingungen von Kulturen wie Salat, Zucchini und Tomaten testen. „Wir wollen prüfen, ob diese Folie eine praktikable, nachhaltige und wirtschaftliche Alternative zur klassischen PE-Folie sein kann“, sagt Gino Bauw, Forscher für Kreislaufwirtschaft bei Inagro. 

In Europa werden dem Bericht zufolge jährlich mehr als 80.000 t Mulchfolie verwendet, nahezu vollständig aus Kunststoff. Durch Verwitterung, Windschäden oder unvollständige Entfernung gelangen weiterhin Mikroplastikpartikel in den Boden. Das gefährdet die Bodenqualität und verursacht zusätzliche Kosten für Landwirte, etwa bei der Entsorgung gebrauchter Folien. Im Rahmen des CELLAGRI-Projekts soll eine Mulchfolie entwickelt werden, die Wasser effizienter zu den Pflanzen leitet. Sie besteht aus pflanzenbasierten, bakteriellen oder regenerierten, cellulosereichen Materialien und ist unter realistischen Anbaubedingungen vollständig kompostierbar. Inagro übernimmt die Praxisversuche und testet die Folien in unterschiedlichen Anbausystemen und unter unterschiedlichen Klimabedingungen. Bewertet werden unter anderem die Abbaubarkeit im Boden, Auswirkungen auf Pflanzenwachstum, Wasserverfügbarkeit und Bodenqualität. Auch praktische Aspekte wie Verarbeitung, Stabilität, Reißfestigkeit, Sicherheit und Haltbarkeit stehen im Fokus.  Für den Sommer ist ein Test mit Zucchini im konventionellen Freilandanbau geplant. Im Laufe des Jahres folgen dann Versuche mit Bio-Salat sowie konventionell angebauten Gewächshaustomaten. 

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