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EU-UK-Abkommen: Erzeuger wollen sanfte Annäherung

Bei einer Wiederannäherung der Europäischen Union und des Vereinigten Königreichs über ein Handelsabkommen darf es nicht zu einem Bruch der seit dem Brexit etablierten Strukturen kommen. Das haben der Pflanzenschutzverband CropLife UK und der englische Bauernverband (NFU) deutlich gemacht. Anlass dafür gibt ihnen ein Bericht des Anderson Centre, einer Unternehmensberatung für landwirtschaftliche Betriebe, den CropLife UK in Auftrag gegeben hatte.

Grafik einer Karte mit dem Vereinigten Königreich und der EU, auf der mehrere Lkw auf der Karte abgebildet sind. Die Lkw sind auf dem britischen und dem europäischen Teil der Karte verteilt.
© brainwashed 4 you/AdobeStock

Demnach könnte ein aus britischer Sicht schlecht verhandeltes neues Abkommen über gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Maßnahmen (SPS) die Einkommen der Farmer im Königreich um zehn Prozent schmälern. Zugleich könnte die britische Lebensmittelproduktion bei wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Weizen und Kartoffeln sowie bei Frischprodukten wie Äpfeln, Beeren und Blattgemüse verringert werden.

Untersucht hatte das Anderson Centre dabei den möglichen Verlust von Pflanzenschutzmitteln im Königreich, falls es zu einem sofortigen Abschluss des SPS-Abkommens kommen sollte und die seit dem Brexit getroffenen britischen Entscheidungen in der Pflanzenschutzpolitik außer Kraft gesetzt würden. In den Blick genommen wurden dabei in Großbritannien zugelassene Wirkstoffe einschließlich neuer Wirkstoffe, die im Königreich bereits auf dem Markt sind, in der EU aber noch nicht. Zudem wurden die Anwendungsgebiete der Pflanzenschutzmittel und die Vorgaben für Höchstgehalte bei Rückständen einbezogen.

Prozess der gesteuerten Angleichung

Das Anderson Centre empfiehlt der britischen Regierung, im Rahmen des SPS-Abkommens mit der EU einen Prozess der gesteuerten Angleichung auszuhandeln. Auf diese Weise könnten die potenziellen Störungen im Agrar- und Ernährungssektor deutlich abgemildert werden, heißt es. Aus Sicht der Unternehmensberatung, die etwa 2.000 Farmer im Königreich berät, würde ein solches Vorgehen einen wesentlich reibungsloseren Übergang ermöglichen.

Für den Vorstandsvorsitzenden von CropLife UK, Dave Bench, ist der Bericht ein Beleg dafür, wie wichtig es sei, Kosten und Folgen verschiedener Verhandlungsansätze vor Abschluss eines Abkommens sorgfältig abzuschätzen. „Dieser Bericht zeigt, wie schädlich ein schlecht ausgehandeltes Abkommen sein kann. Wir wollen die britische Regierung dabei unterstützen“, betonte Bench. Ziel müsse es sein, die Auswirkungen auf Landwirte und Verbraucher so gering wie möglich zu halten.

Übergangsfrist „absolut notwendig“

Der NFU betonte ebenfalls, dass alles dafür getan werden müsse, einen abrupten Übergang zu vermeiden und stattdessen eine vernünftige, schrittweise Angleichung an EU-Vorgaben sicherzustellen. Laut dem Verband könnte eine sofortige und vollständige Anpassung an EU-Regeln für Pflanzenschutzmittel den Acker- und Gartenbau im ersten Jahr zwischen 500 Mio Pfund (576 Mio Euro) und 810 Mio Pfund (934 Mio Euro) kosten. Seit Januar 2021 wurden dem NFU zufolge in Großbritannien vier neue Pflanzenschutzmittel zugelassen, die in der EU noch nicht erhältlich sind.

„Dieser Bericht bestätigt, was wir bereits auf höchster Regierungsebene dargelegt haben: Es bestehen erhebliche Risiken für landwirtschaftliche Betriebe und die britische Lebensmittelproduktion, die im Rahmen der SPS-Verhandlungen sehr sorgfältig gemanagt werden müssen“, resümierte NFU-Präsident Tom Bradshaw. Er bezeichnete eine Übergangsfrist als „absolut notwendig“.  AgE
 

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