Die Idee, den Konsum über prominente Werbegesichter zu pushen ist natürlich nicht neu. Schließlich kann das bei den Verbrauchern für zusätzliches Vertrauen in ein Produkt sorgen.
Da passt es natürlich wie die berühmte Faust aufs Auge, dass Deutschland einen Basketballspieler hat, bei dem das Wort Obst schon aufgrund des Nachnamens täglich auf dem (Trainings)Plan steht. Ihm einen Mitspieler an die Seite zu stellen, der als Sympathieträger in Deutschland vermutlich kaum zu überbieten ist, ist ein weiterer kluger Schachzug. Auch, wenn man Hape Kerkeling alias Gerd Müse vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennt.
Alles richtig gemacht, könnte man denken. 2025 hat die Mannschaft der Männer die EM gewonnen, in diesem Jahr wird die Basketball-Weltmeisterschaft der Damen in Deutschland ausgetragen. Der Ballsport und seine Spielerinnen und Spieler sind also in aller Munde. Mit Hape Kerkeling, der u.a. die Kultfiguren Horst Schlemmer oder Königin Beatrix verkörpert, wurde ein weiterer Garant für eine erfolgreiche Kampagne eingekauft. So kann eine möglichst breite Käuferschaft erreicht werden.
Schade nur, dass der Werbespot für meinen Geschmack den falschen Fokus setzt: Anstatt die Qualität, Vielfalt und Frische in den Fokus zu rücken, geht es bei der „super Idee“ nur um den Preis. Ja, die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Mai 2026 gestiegen, im Jahresvergleich etwa um 2,6 %. Und ja, das bedeutet, dass Verbraucher noch einmal genau hinschauen, was sie in ihren Einkaufswagen legen. Viel zu oft bleiben Obst und Gemüse dabei auf der Strecke. Von daher ist es sicherlich hilfreich damit zu werben, besonders günstige Ware im Markt zu haben. Aber leider geht damit auch die Wertschätzung für das Produkt flöten. Und unsere Erzeuger produzieren auch nicht nur aus Leidenschaft und der Freude am Anbau. Auch sie sind am Ende auf gute Preise angewiesen.
Vielleicht muss man es aber auch einfach von der Seite sehen: O+G stehen in der Werbung im Fokus. Und das allein ist ja schon Gold wert.