Veränderte Umweltbedingungen und neue Sorten führen dazu, dass in der Schweiz zunehmend Spezialkulturen wie Süßkartoffeln oder Pak Choi angebaut werden. Für diese Kulturen, aber auch für etablierte Gemüsearten wie Wurzelpetersilie oder Bundzwiebeln, fehlten bislang verlässliche Düngenormen. Eine angepasste Düngung kann die Produktqualität verbessern und das Risiko von Umweltbelastungen durch eine Überversorgung mit Nährstoffen reduzieren, so Agroscope.
Bisher kaum berücksichtigt wurde zudem das breite Sortiment an Verarbeitungsgemüse – etwa Industrie-Brokkoli, -Blumenkohl oder -Chinakohl –, für das höhere Anforderungen an Ertrag und Qualität gelten. Auch mehrfach beerntete Kulturen, wie Petersilie mit mehreren Schnitten, seien in den bestehenden Normen unzureichend abgebildet.
Der Nährstoffbedarf variiere stark je nach Kultur und Produktionssystem. Relevant sind u.a.:
- Produktionsziel: Frischmarkt oder Industrieproduktion
- Standortfaktoren: Bodeneigenschaften und Nährstoffverfügbarkeit
- Vorkultur: Einfluss von Ernteresten auf die Nährstoffverfügbarkeit
- Anbauform: gesät oder gepflanzt
- Nutzung: einmalige oder wiederholte Ernte
Zeitpunkt, Menge und Zusammensetzung müssen daher bei der Düngung berücksichtigt werden.
Aus diesen Gründen hat Agroscope nun das Kapitel „Gemüsebau“ der Grundlagen für die Düngung landwirtschaftlicher Kulturen in der Schweiz (GRUD) mit einem Addendum ergänzt. Es enthält neue, differenzierte Düngungsempfehlungen für zusätzliche Kulturen und unterschiedliche Anbauweisen und unterstützt damit die Landwirtinnen und Landwirte bei der Düngungsplanung.