Aktuell seien die Betriebe durch steigende Kosten, ausufernde Auflagen und fehlende Planungssicherheit „enorm“ belastet, heißt es im Neujahrsgrußwort des Bauernpräsidenten. Doch nur mit einer starken Landwirtschaft ließen sich große Herausforderungen wie die Ernährungssicherung und der Artenschutz meistern. Als wichtige Instrumente zur Entlastung der Höfe nennt Rukwied eine steuerfreie Gewinnrücklage, die Sicherstellung der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, den Bürokratieabbau und die Wettbewerbsgleichheit innerhalb der Europäischen Union. Auch in Brüssel sieht der DBV-Präsident Handlungsbedarf. Hier müssten die zugesagten Reformen endlich umgesetzt werden. Ernährungssicherheit gehöre wieder ins Zentrum europäischer Politik. Gleichzeitig müssten Fehlentwicklungen des Green Deal korrigiert werden.
In seinem Neujahrsgrußwort richtet Rukwied den Blick auch auf erzielte Erfolge der Branche in ihrem Kampf für bessere Rahmenbedingungen. Für ihn ist die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung ab 2026 zusammen mit dem Erhalt des Grünen Kennzeichens ein „entscheidender Durchbruch“. Die vollständige Streichung der Stoffstrombilanz im Sommer 2025 und die Novelle des Agrarstatistikgesetzes, durch die Doppelmeldungen reduziert werden, hätten zum Bürokratieabbau beigetragen. Das Jahr 2025 zeigte sich laut Bauernverband für den deutschen Obst- und Gemüsebau als Jahr mit widersprüchlichen Entwicklungen: Zwar waren die Produktionsbedingungen deutlich besser als im Vorjahr, jedoch führten Überangebot, Verbraucherzurückhaltung und steigende Kosten zu erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen für die Erzeuger. Die Schere zwischen Produktionskosten und erzielbaren Preisen habe sich weiter geöffnet und belaste die Zukunftsfähigkeit vieler Betriebe.