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Brasilien: Volle Apfellager, schmale Margen

Der Auslandslandwirtschaftsdienst des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA FAS) schätzt die brasilianische Apfelernte 2025/26 in einem aktuellen Länderbericht auf 1,2 Mio t, 20 % mehr als in der Vorsaison.

Eine große Menge Äpfel in verschiedenen rot-gelb Tönen, dicht nebeneinander liegend.
© Mattoff/AdobeStock

Das Plus gehe nicht auf neue Flächen zurück, denn die Anbaufläche liege seit Jahren stabil bei rund 35.000 bis 40.000 ha. Ausschlaggebend seien dichtere Pflanzungen, bessere Unterlagen und ein verbessertes Anbaumanagement. Hinzu komme eine außergewöhnlich gute Fruchtqualität: Viele Äpfel zeigten das sogenannte „Pingo de Mel“ („Honigtropfen“), das für besonders süße, aromatische und saftige Früchte steht und vom Erzeugerverband Associação Brasileira dos Produtores de Maçã (ABPM) aktiv beworben wird.

Preise auf dem tiefsten Stand seit 2022

Kommerziell sei die Saison dennoch schwierig gewesen. Das große Angebot habe die Preise auf Erzeuger- und Einzelhandelsebene auf den niedrigsten Stand seit 2022 gedrückt. Besonders bei Gala sei der Druck hoch: Die Sorte lasse sich nur rund fünf Monate lagern, ein größerer Teil müsse daher direkt zur Ernte vermarktet werden. Fuji hält sich dagegen bis zu elf Monate.
Gleichzeitig dämpfe die schwache Kaufkraft die Nachfrage. Viele Konsumentinnen und Konsumenten griffen laut Bericht zu günstigeren heimischen Früchten wie Bananen, Orangen und Mangos. Für Äpfel der Kategorie 1 erhielten die Erzeugerbetriebe ab Hof 4 bis 5 R$/kg, im Einzelhandel würden dagegen 12 bis 14 R$/kg verlangt. Kleinere Betriebe bekämen selbst für Ware der Klasse Extra nicht mehr als 5 R$/kg. Steigende Lohnkosten, die rund 45 % der Produktionskosten ausmachen, sowie teure, vom Dollarkurs abhängige Dünge- und Pflanzenschutzmittel engten die Margen zusätzlich ein.

Export als Ventil, Importe brechen ein

Als Reaktion auf das Überangebot hätten sich die Exporteure stärker dem Ausland zugewandt. Nach Angaben des Exporteursverbands Associação Brasileira dos Produtores Exportadores de Frutas e Derivados (Abrafrutas) seien die Apfelexporte Anfang 2026 um 180 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Wichtigster Abnehmer war von Januar bis August Indien mit 18.800 t, gefolgt von Saudi-Arabien (9.900 t) und der EU (8.500 t). Insgesamt bleibt der Export jedoch eine Nebenrolle: Rund 93 % der brasilianischen Äpfel werden im Inland abgesetzt.

Die Einfuhren sind dagegen deutlich gesunken. Aus Chile kamen von Januar bis August 31.200 t, nach 114.000 t im Gesamtjahr 2024. Die Lieferungen aus der EU gingen im selben Vergleich von 86.000 t auf 27.900 t zurück, Argentinien lieferte 11.200 t nach 40.500 t im Jahr 2025. Mit dem Abbau der heimischen Lagerbestände erwartet das USDA im weiteren Jahresverlauf wieder steigende Importmengen.

Für die kommende Saison sieht der Bericht neue Risiken. Fröste von bis zu -5,6 °C hätten in Santa Catarina Teile der Ernte geschädigt, zudem habe der milde Winter zu unregelmäßigem Austrieb geführt. El Niño könnte mit viel Regen während Blüte und Sommer die Bestäubung beeinträchtigen und den Krankheitsdruck vor der Gala-Ernte 2027 erhöhen.