2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Brasilien: HLB-Ausbreitung verlangsamt - aber stärkere Schädigung erkrankter Bäume

Obwohl sich die Ausbreitungsrate von Citrus Greening (HLB) im brasilianischen Zitrusgürtel verlangsamt hat, weisen die erkrankten Bäume, die noch auf den Feldern stehen, eine zunehmend stärkere Schädigung ihrer Kronen auf, was das Risiko eines vorzeitigen Fruchtfalls erhöht, teilt Frutas de Chile mit.

diverse Zitrusfrüchte
© Pixel-Shot/AdobeStock

Obwohl sich das Wachstumstempo von HLB 2026 in Brasilien verlangsamte, nimmt die Schwere der Erkrankung bei den im Feld verbleibenden Pflanzen laut der jährlichen Erhebung des Fonds zum Schutz des Zitrusbaus (Fundecitrus) weiter zu. Der durchschnittliche Schweregrad stieg unter Berücksichtigung von Plantagen aller Altersstufen von 22,7 % auf 27 % und erreichte 31 %, wenn ausschließlich Plantagen in der kommerziellen Produktionsphase bewertet wurden.

Die Studie zeige eine deutliche Veränderung des allgemeinen Zustands der infizierten Pflanzen. Der Anteil der Bäume, bei denen mehr als die Hälfte der Krone durch das Bakterium geschädigt sei, stieg von 22,5 % auf 28,5 %. Im Gegensatz dazu sank der Anteil der Exemplare, die Symptome an weniger als 50 % des Laubs aufweisen, von 25,1 % auf 19,6 %. Diese Entwicklung deute auf eine Verlangsamung der Übertragungsgeschwindigkeit auf neue Pflanzen hin, verbunden mit den Maßnahmen zur Rodung erkrankter Jungbäume.

Der Fundecitrus-Forscher Renato Bassanezi erklärte, dass die Zunahme von Pflanzen in kritischen Infektionsstadien hauptsächlich auf die geringen Rodungsraten kranker Bäume in älteren Plantagen zurückzuführen sei. Dem Experten zufolge führe das Belassen dieser befallenen Exemplare in den Plantagen nicht nur zur Aufrechterhaltung von Infektionsherden, sondern wirke sich auch direkt auf den Ertrag aus, indem es die Anzahl der Früchte pro Baum verringere und zu einem vorzeitigen Fruchtfall führe.

Die Auswirkungen der Krankheit weisen innerhalb des Zitrusgürtels von São Paulo und Minas Gerais deutliche regionale Unterschiede auf. In Gebieten mit historisch hoher Inzidenz, wie bspw. in der Region Limeira, stieg der durchschnittliche Befallsgrad auf bis zu 54,7 %. Am anderen Ende des Spektrums, in Regionen mit geringer Prävalenz wie dem Triângulo Mineiro, lag der durchschnittliche Befallsgrad bei lediglich 0,04 %. Die moderatesten Anstiege wurden im Norden, Nordwesten und in der Region Matão beobachtet, wo die wärmeren klimatischen Bedingungen die Entwicklung sowohl des Überträgers, der Zitrusblattfliege, als auch der Bakterien hemmen.

Der Bericht von Fundecitrus untersuchte auch den Stand anderer Krankheiten, die den Zitrusanbau im Land beeinträchtigen. Zitruskrebs tritt in 36,26 % der Orangenplantagen auf, was einem Anstieg von 10,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zitruslepra weise ihrerseits eine durchschnittliche Inzidenz von 6,61 % auf, was mehr als 14 Mio betroffenen Bäumen entspricht. Im Gegensatz dazu bleibe die variegierte Chlorose der Zitrusfrüchte (CVC) auf einem kontrollierten Niveau, wobei bei lediglich 0,14 % der untersuchten Pflanzen sichtbare Symptome festgestellt wurden.