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BGL sieht deutsche Logistikbranche im Wettbewerbsnachteil

Deutsche Transportunternehmen verlieren in der aktuellen Dieselpreiskrise weiter massiv an Boden. Dies jedenfalls betont der Bundesverband Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. in einer Mitteilung. Während Polen seine Unternehmen und Bürger mit abgesenkter Mehrwertsteuer, auf EU-Mindestniveau reduzierter Energiesteuer und Preisdeckelung entlaste, bleibe eine vergleichbare Antwort der Bundesregierung auf die Dieselpreisexplosion weiter aus. 

Weißer Sattelzug fährt auf Landstraße mit grünen Hügeln und bewölktem Himmel im Hintergrund
© Lukas Gojda/AdobeStock

Für das überwiegend mittelständisch geprägte deutsche Transportgewerbe verschärfe sich damit der Wettbewerbsnachteil dramatisch. Nach Berechnungen des BGL liegt der Netto-Dieselpreis in Polen derzeit um 29 Cent je Liter unter dem deutschen Niveau. Bei 10.000 km  Monatsfahrleistung und 30 l Verbrauch pro 100 km würden so 870 Euro Mehrkosten pro Lkw und Monat entstehen. Für eine Flotte von 50 Fahrzeugen summiere sich das auf 522.000 Euro im Jahr.

Mit 900 l Tankvolumen und rund 3.000 km Reichweite könnten ausländische Unternehmen Deutschland zudem problemlos durchqueren, ohne hier tanken zu müssen.

Besonders bitter sei zudem: Deutsche Transportunternehmen tragen bereits den CO2-Aufschlag auf die Lkw-Maut und zusätzlich die CO2-Bepreisung beim Diesel in Höhe von 17-20 Cent pro Liter. Der BGL fordert seit Längerem, diese europaweit einzigartige Doppelbelastung für den deutschen Mittelstand zu beenden.

„Während Polen seine Bürger und Unternehmen bei den Dieselpreisen entlastet, werden deutsche Transportunternehmen weiter zur Kasse gebeten. Wenn die Bundesregierung jetzt nicht endlich entschlossener handelt, steht das mittelständische deutsche Transportgewerbe vor einem existenziellen Kahlschlag. So verliert Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit“, betont BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt.

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