von Jochem Wolthuis 3 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Autonomes Gewächshausmanagement: Crop Controller verschafft Erzeugern einen messbaren Vorsprung

Steigende Betriebsgrößen, Fachkräftemangel und hoher Kostendruck zwingen Erzeuger zu neuen Lösungen. Künstliche Intelligenz liefert dabei erstmals messbare Antworten: Mit dem Crop Controller zeigt Blue Radix, wie autonomes Klima- und Bewässerungsmanagement den Arbeitsaufwand drastisch reduziert, Erträge stabilisiert und Ressourcen spart – und damit bereits heute einen klaren Wettbewerbsvorteil im internationalen Gartenbau schafft.

Drei Männer stehen in einem Büro
(v.l.) Rudolf de Vetten (CPO), Ronald Hoek (CEO) und Laurens van der Spek (COO)
© Blue Radix

Der Crop Controller für autonomes Klima- und Bewässerungsmanagement reduziert den Arbeitsaufwand am Klimacomputer um bis zu 80 %. Dadurch können Erzeuger deutlich größere Flächen bewirtschaften – bis zum Vierfachen – und gewinnen zugleich mehr Planungssicherheit und Work-Life-Balance. In der Praxis führt dies zu rund fünf Prozent höheren Gewinnen, sieben Prozent besseren Erträgen, zehn Prozent geringerem Wasser- und Düngemitteleinsatz sowie 15 % Energieeinsparung. Autonomes Anbauen ist damit längst Realität – und verschafft Betrieben weltweit einen klaren Wettbewerbsvorteil.

KI ersetzt Routine – Freiraum für Strategie

Im Gespräch mit dem Fruchthandel Magazin erläutert Ronald Hoek, CEO und Mitgründer von Blue Radix, die Entwicklung des Unternehmens. Blue Radix wurde 2019 als Spin-off des niederländischen Energiedienstleisters AgroEnergy gegründet und brachte Anfang 2022 mit dem Crop Controller sein erstes marktreifes Produkt auf den Markt. „Der Crop Controller ist weit mehr als ein klassisches KI-Tool“, erklärt Hoek. „Er steht für einen grundlegenden Wandel im Gewächshausmanagement. Im Gegensatz zu Dashboards oder Reporting-Systemen übernimmt er die vollständige Entscheidungsautomatisierung – inklusive Analyse, Planung und Ausführung. Wiederkehrende manuelle Aufgaben entfallen, sodass Erzeuger ihre Anbaustrategie effizient und konsistent umsetzen können.“

Persönliche Begleitung als Erfolgsfaktor 

Gerade weil der Einsatz von KI für viele Betriebe Neuland ist, spielt die persönliche Betreuung eine zentrale Rolle. Laurens van der Spek, Chief Operations Officer bei Blue Radix, betont: „Die Einführung von KI erfordert Vertrauen und Anpassung. Deshalb begleiten unsere Autonomous Greenhouse Managers jeden Be trieb individuell. Sie verbinden KI-Technologie mit Pflanzenbau- Know-how und persönlicher Beratung – das macht den Unterschied in der Praxis.“

Planbare Ergebnisse, datenbasierte Steuerung

Ein entscheidender Vorteil des Systems liegt in der Fähigkeit, große Datenmengen zuverlässig zu verarbeiten. Klimadaten werden im Fünf-Minuten-Takt erfasst und analysiert, um stabile und reproduzierbare Wachstumsbedingungen zu schaffen. Rudolf de Vetten, Chief Product Officer bei Blue Radix, erklärt: „KI ermöglicht es, aus diesen Daten optimale und vor allem planbare Klimastrategien abzuleiten. Das führt zu gleichmäßigerer Bestandsentwicklung, höheren Erträgen und deutlichen Einsparungen bei Energie und Wasser. Ziel ist ein ausgewogenes Umfeld, das konstant gute Ergebnisse liefert.“ Während der sechsmonatigen Testphase können Erzeuger das System umfassend kennenlernen. In dieser Zeit zeigt sich, dass der Crop Controller nicht nur funktional überzeugt, sondern auch wirtschaftlich messbaren Mehrwert liefert. 

Drei Personen in Schutzkleidung in einem Gewächshaus
Autonome Gewächshaussteuerung hilft, fehlende Expertise auszugleichen und dennoch optimale Ergebnisse zu erreichen.
© Blue Radix

Fachkräftemangel und wachsende Betriebsgrößen als Treiber

Neben technologischen Fortschritten begünstigen auch strukturelle Veränderungen im Gartenbau den Einsatz autonomer Systeme. Laut Ronald Hoek führen der demografische Wandel und der Rückgang erfahrener Gärtner zu steigenden Anforderungen an die Betriebsführung. „ Wenn ein einzelner Erzeuger heute 20 ha bis 40 ha verantwortet, ist es kaum noch möglich, überall Spitzenleistungen zu erzielen“, so Hoek. „Autonome Gewächshaussteuerung hilft, fehlende Expertise auszugleichen und dennoch optimale Ergebnisse zu erreichen.“ Schrittweise eröffnen sich Betrieben dadurch neue Möglichkeiten, effizienter zu arbeiten und ihre Produktion nachhaltig zu sichern – ein wichtiger Beitrag zur Stabilität und zum Wachstum der Lebensmittelversorgung.

Das ist Blue Radix

Blue Radix ist ein international tätiges KI-Unternehmen mit niederländischen Wurzeln. Seit 2019 wird das Unternehmen von den Mitgründern Ronald Hoek (CEO), Rudolf de Vetten (Produkt) und Laurens van der Spek (IT & Operations) geführt. Heute steuert Blue Radix Klima und Bewässerung autonom in mittelund hochtechnisierten Gewächshäusern in mehr als 20 Ländern und allen Klimazonen.

Halle 3.1, Stand A-51 

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