Ein Dendrometer ist ein Gerät, das um den Stamm eines Baumes gelegt wird und die Veränderungen des Stammdurchmessers misst. Ein Schrumpfen des Stammdurchmessers löst automatisch die Bewässerung aus. Auf diese Weise wird – anders als bei herkömmlichen Anlagen – nur dann bewässert, wenn der Baum wirklich Wasser braucht. Das kann bis zu 40 % Wasser einsparen helfen.
Thomas Anken, Leiter der Forschungsgruppe Digitale Produktion, hat bereits Feedback aus der Praxis: „Anlässlich des Projektstartes zeigten die Landwirtinnen und Landwirte ein reges Interesse an unterschiedlichsten Maßnahmen zur Optimierung der Wassernutzung. Dendrometer bieten gegenüber automatischen Steuerungen, die über die Bodenfeuchte gelenkt werden, den großen Vorteil, dass sie den effektiven Wasserstress der Pflanzen messen. Ob das Dendrometer-System in der Praxis wirklich so einfach und so zuverlässig wie in den Agroscope-Studien funktioniert, stößt aktuell noch auf Skepsis. Deshalb wird das System auf Pilotbetrieben im Kanton Thurgau getestet.“
Auf die Frage, ob sich unter Praxisbedingungen wirklich 40 % Wasser einsparen lässt, antwortet Thomas Anken: „Dies hängt von den natürlichen Gegebenheiten und vom bisherigen Management ab. Auf tiefgründigen Böden können sich Bäume in mehreren Metern Tiefe mit Wasser versorgen, was mit den üblichen Bodenfeuchtesensoren nicht erfasst wird. In solchen Fällen sind mit Dendrometern sehr hohe Einsparungen möglich, während auf flachgründigen Böden auch Bodenfeuchtemessungen gute Ergebnisse erzielen.“
Für Landwirtinnen und Landwirte sind neben Effizienz und Praxistauglichkeit auch die Kosten ein wichtiger Punkt. Dazu hat Thomas Anken gute Neuigkeiten: „Wir rechnen für eine Parzelle mit vier bis fünf Sensoren, die auf unterschiedlichen Bäumen montiert werden. Die Kosten inkl. Steuerung dürften im Bereich von schätzungsweise 3.000 bis 4.000 CHF liegen. Das ist aber alles erst im Aufbau und hängt stark davon ab, wie viele Betriebe interessiert sind, da die Sensorkosten stark von den Stückzahlen abhängen. Wenn die Landwirtinnen und Landwirte schon ein Bewässerungssystem haben, dann wird eine Anschaffung noch weniger kosten.“