Spanien erwartet 5,74 Millionen Tonnen Zitrusfrüchte in der Saison 2026/27
Das spanische Landwirtschaftsministerium gab Anfang der KW 38 die offizielle Schätzung der am 1. September begonnenen neuen Zitruskampagne 2026/27 bekannt.
Basierend auf Daten der Hauptanbaugebiete wird die Produktion voraussichtlich bei 5.744.841 t liegen. Das ist im Vergleich zur Kampagne 2025/26, die mit der niedrigsten Ernte des vergangenen Jahrzehnts endete, ein Anstieg von 1,1 %, Trotz dieser Erholung wird die prognostizierte Produktion um 4,2 % unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Kampagnen liegen.
Die Saisonentwicklung wird durch einen günstigen Start hinsichtlich der Wasserversorgung geprägt sein. Die im Winter und Frühjahr verzeichneten Niederschläge haben dazu geführt, dass die Stauseen auf einem angemessenen Niveau gehalten werden konnten, um den Bedarf der Kulturen zu decken. Zudem hat der Regen allgemein weder die Blüte noch die Bestäubung beeinträchtigt.
Der größte Unsicherheitsfaktor trat im Sommer auf. Die hohen Temperaturen führten zu einem erheblichen Fruchtfall, insbesondere bei Orangen und Clementinen, wodurch sich die ursprünglichen Ernteerwartungen verringert haben. Die Auswirkungen sind bei den kleinen Zitrusfrüchten besonders deutlich, bis zu dem Punkt, dass die Schätzung für Clementinen erstmals auf dem gleichen Niveau liegt wie die für Mandarinen und Hybriden.
Konkret werden 2,8 Mio t Orangen erwartet, was einem Rückgang von 4,6 % (-134.300 t) gegenüber der vergangenen Kampagne und einem Rückgang von 7,4 % (-224.600 t) gegenüber dem Durchschnitt entspricht. Auf Orangen entfallen 49 % der Gesamtproduktion. 72 % der spanischen Orangen gehören zur Gruppe Navel.
Die Produktion kleiner Zitrusfrüchte wird auf 1,8 Mio t geschätzt, 0,8 % (+15.200 t) mehr als in 2025/26 und -4,5 % (-85.800 t) gegenüber dem Durchschnitt. Der Anteil an der Gesamtmenge beträgt 32 %. Davon entfallen 5,6 % auf Satsumas, was einem Anstieg gegenüber der besonders schwachen Ernte der vergangenen Kampagne entspricht, 47,3 % auf Clementinen und 47,1 % auf die übrigen Mandarinen und Hybriden, mit einem deutlichen Zuwachs von 19 % gegenüber 2025/26.
Bei Zitronen werden 991.800 t erwartet, womit sich die Produktion nach dem Rückgang in der Saison 2025/26 wieder erholt hat, bleibt aber unter ihrem Potenzial. Das ist ein Anstieg von 21 % (+172.900 t) im Vergleich zu 2025/26 und +3 % (+29.000 t) gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt. 76 % der Produktion entfallen auf die Sorte Fino und 23 % auf die Sorte Verna.
Grapefruits werden mit über 110.200 t zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert erreichen. Das ist ein Wachstum von 4,7 % (+4.900 t) im Vergleich zur Saison 2025/26 und von 27 % (+23.100 t) gegenüber dem Durchschnitt. Die Mengensteigerung ist auf die Ausweitung der Anbaufläche der vergangenen Jahre zurückzuführen.